In unserer Rubrik "Drachensee-Geschnatter" finden Sie Berichte und Bilder von aktuellen Naturbeobachtungen

 Drachensee - Heimat für Stockenten / Februar 2018

 Im Rahmen des "Drachenseegeschnatters" stellt uns Heribert Mühlbauer, der sich schon seit Jahrzehnten für schützenswerte und gefährdete Natur in unserem Landkreis einsetzt, diesmal eine Wasservogelart vor, die zu den bekanntesten und auch häufigsten Arten nicht nur des Drachensees gehört: Die Stockente oder oft auch nur "Wildente" genannt.


Schwimmenenten können ohne Anlaufen auffliegen

Wer derzeit als Besucher am See unterwegs ist kann auf den eisfreien Flächen oft eine große Anzahl von Wasservögeln, vor allem von Enten beobachten. Über 16 verschiedene Entenarten hat Heribert Mühlbauer bisher schon rastend, nahrungsuchend oder brütend entdecken können. Dabei ist es nicht immer leicht, die Geschlechter vornehmlich in ihren Schlichtkleidern zu erkennen und zu bestimmen.

Eine große Hilfe beim Bestimmen von Entenarten ist dabei schon das Wissen um den Unterschied zwischen Schwimmenten, auch Gründelenten genannt und der Gruppe der Tauchenten. Gründelenten, zu denen auch die Stockente gehört tauchen meist nur mit dem Kopf unter Wasser, um am Boden zu "gründeln" und hier nach pflanzlicher und tierischer Nahrung zu suchen. Ganz typisch für Gründelenten ist dabei auch dass beim Schwimmen die Schwanzfedern sich über dem Wasser befinden. Gründelenten können übrigens ohne Anlauf direkt vom Wasser auffliegen.


Nur Weibchen brüten und führen Junge

Neben den am Drachensee nachgewiesenen Gründelenten Krick-, Knäk-, Schnatter-, Löffel-, Spieß und Pfeifente ist die Stockente wohl die mit Abstand bekannteste Art. Vor allem die Männchen, die Erpel, zeigen derzeit wieder in Prachtkleid viele unverwechselbare Bestimmungsmerkmale: Ein prächtig metallisch grüner Kopf, ein schmaler weißer Halsring, ringelförmig aufgerollte Steuerfedern, die braune Brust, die orangen Füße oder der auch immer mattgelbe oder grünlichgelbe Schnabel. Auch der "Flügelspiegel", ein metallisch blaues, weiß gesäumtes Band am Hinterrand der Flügel, ist vor allem auch im Flug ein gutes Erkennungsmerkmal. Das Weibchen ähnelt mit seiner unauffälligen bräunlichen Grundfärbung sehr allen anderen Schwimmenten. Besondere Kennzeichen sind nur die Größe, der Flügelspiegel, der orangebraune Schnabel oder auch die typischen Rufe.

Wie fast alle Wasservogelarten verlieren und wechseln einmal pro Jahr Stockenten ihr Gefieder. Man nennt diesen außerordentlichen Vorgang "Mauser". Sie beginnt zwischen Mai und Juli und ist dabei auch mit mehreren Wochen Flugunfähigkeit verbunden. Deshalb suchen Wasservögel für diese gefährliche Zeit besonders geschützte Bereiche auf. Die Erpel der sonst so prächtigen Stockente sind dabei bis auf den gelblichen Schnabel kaum mehr von den Weibchen zu unterscheiden.

 


Stockenten Pärchen im Prachtkleid

Der Drachensee, und dabei insbesondere die Ösbühler Bucht und die Flachwasserbereiche der Ökozone mit ihren Inseln und Verlandungsbereichen haben sich in den letzten Jahren auch zu einem wichtigen Mauserplatz für viele Wasservögel entwickelt. Gründelnde Arten wie die Stockente können hier nach Nahrung suchen, Schutz und Verstecke während ihrer Flugunfähigkeit finden oder hier ihre Jungen aufziehen. Um das Brüten und Aufziehen der Küken kümmern sich übrigens nur die Weibchen. Nach dem Brutbeginn endet nämlich bei Stockenten die Partnerschaft. Derzeit beginnen aber bereits wieder Partnersuche und Pärchenbildung am Drachensee und das nicht nur bei den Stockenten.

 


Erpel im Schlichtkleid und flugunfähig

Wem das Wohl unserer heimischen Tier- und Vogelwelt am Drachensee am Herzen liegt, wer Freude an der großartigen Vielfalt und Schönheit unserer Natur hat und auch das Wort Verantwortung kennt, der sollte, so Heribert Mühlbauer, all das auch allen anderen Besuchern gönnen. Das Verbleiben auf dem Weg, das Wegbleiben von den Uferbereichen oder auch das Anleinen von Hunden sollte zu allen Jahreszeiten besonders in der Ösbühler Bucht und der Ökozone so nicht schwerfallen. Bleibt die Hoffnung auf ein Gutes Neues Jahr 2018 für unser kleines und doch so wertvolles und erhaltenswertes Naturjuwel Drachensee.

 


Auf der Suche nach der Entenmama

 


"Gründelnder" Stockentenerpel- Köpfchen....

 

Drachensee - Heimat für Höckerschwäne / Januar 2018

 

Im Rahmen des "Drachenseegeschnatters" stellt uns Heribert Mühlbauer, jahrzehntelanger Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Cham, zum Jahresabschluss mit beeindruckenden Bildern wieder eine Vogelart vor, die das ganze Jahr über zum Erscheinungsbild des Drachensees gehört, den Höckerschwan. Im Mitteleuropa und damit auch bei uns gilt er als größter einheimischer Wasservogel. Weltweit zählt er zu den schwersten flugfähigen Vögeln überhaupt.



Mit einer Länge bis zu 160 Zentimeter, einer Flügelspannweite bis zu 250 Zentimeter und einem Gewicht der schwereren Männchen bis zu über 15 Kilogramm ist der Höckerschwan eine wirklich beeindruckende und impossante Vogelart. Namengebend und zugleich unverwechselbar ist der schwarze Höcker an Schnabel und Stirn. Dieser ist beim männlichen Schwan, besonders während der Brutzeit immer stärker ausgeprägt als beim Weibchen. Ein besonders charakteristisches Merkmal, vor allem bei den erwachsenen Tieren, ist der orange-rote Schnabel mit einer schwarzen Spitze, die ihn von den seltenen schwarzgelb schnäbeligen Zwerg- und Singschwänen unterscheidet die auch schon am Drachensee als kurzzeitige Wintergäste festgestellt werden konnten. Wohl am auffälligsten ist aber das rein weiße Gefieder, das bei Schwanenküken meist grau und bei älteren Jungschwänen noch mit braunen Federn durchmischt ist.



Am Drachensee besteht für Höckerschwäne nur in der Ösbühler Bucht und im Verlandungbereich der Ökozone eine Brutmöglichkeit. Als reine Pflanzenfresser können sie nur hier im seichten Wasser der Uferzone mit ihrem langen Hals "gründelnd" Nahrung finden. Auch für die erfolgreiche Aufzucht der Jungen ist ein gutes Nahrungsangebot wichtig.


Brut- und Nahrungsbiotope werden vom Schwanenmännchen gegen alle Störungen und vor allem auch gegen Artgenossen energisch verteidigt. In der Ösbühler Bucht sind übrigens durch Störungen von Menschen und freilaufenden Hunden, die sich nicht an das Wegegebot halten, in den letzten Jahren keine Jungschwäne mehr flügge geworden. Auch in der Ökozone kam es durch verschiedenste Ursachen wie erhöhter Wasserstand oder mysteriöses Sterben von Schwanenmännchen in den letzten Jahren ebenfalls nicht mehr zu flüggen Jungschwänen.



Daher ist es gut, dass Höckerschwäne 20 Jahre und älter werden können. Wenn sich übrigens ein Schwanenpärchen erst einmal gefunden hat, bleiben sie ein Leben lang zusammen. Daher gilt der Schwan auch als Symbol für Liebe und Treue. Auch zum baldigen Weihnachtsfest passt das Thema des Drachenseesgeschnatters, denn Engel werden meist mit Schwanenflügeln dargestellt. Bleibt die Hoffnung, dass 2018 endlich wieder einmal Höckerschwäne am Drachensee erfolgreich ihre Jungen großziehen können. Mit dem Autor des Artikels würden sich sicherlich auch sehr viele Naturfreunde und Drachenseebesucher darüber freuen.



Mein lieber Schwan!


Drachensee - Heimat auch für Wildgänse
/ November 2017

Genau 10 verschiedene Gänsearten hat Heribert Mühlbauer, jahrzehntelanger Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Cham, bisher im Bereich des Drachensees festgestellt:

Graugans, Saatgans, Blässgans, Kanadagans, Nilgans, Rostgans, Weißwangengans, Brandgans, Rothalsgans und Streifengans.

Diesmal stellt er uns im Rahmen des "Drachenseesgeschnatters" die Art vor, die in Deutschland, Bayern und auch am Drachensee am häufigsten vorkommt, die Graugans.

Graugans - Stammform unserer Hausgänse

Die Graugans ist die Stammform fast aller europäischen Hausgänse. Erst seit 1955 ist sie Brutvogel in Bayern, sie hat sich seitdem in ihren Bestand rasant vermehrt und gehört seit der Flutung zu allen Jahreszeiten zum Erscheinungsbild des Drachensees.

Aussehen:
Typische Kennzeichen der Graugans sind die auffällig helle, bräunlichgraue Gefiederfärbung, die besonders im Flug auffallenden hellgrauen Vorderflügel und die schwarzen Flecken auf der Bauchseite. Auch die blassrosa Färbung der Beine und der kräftige orangegelbe bis rosarote Schnabel sind gute Erkennungsmerkmale. Die Geschlechter unterscheiden sich äußerlich nicht, ausgewachsene Jungvögel kann man aber an der verhornten dunklen Schnabelspitze erkennen. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 180 Zentimeter und einem Gewicht von bis zu 4 Kilogramm ist die Graugans schon eine wirklich imposante Vogelart unserer Gewässer.


Graugans - typisches Flugbild

Lebensraum:
Der Drachensee mit seinen vielen kleinen und größeren Inseln, den Verlandungs- und kleinen Schilfflächen und den angrenzenden Extensivwiesen ist für Graugänse ein idealer Lebensraum als Brut- und Nahrungsbiotop sowie auch seit einigen Jahren als Mausergebiet. Seit 2010 brüten Graugänse alljährlich, vornehmlich in der Ökozone erfolgreich am Drachensee. Hier wechseln auch zwischen Mai und Juli, während der Mauserzeit, die anwesenden Graugänse sowie auch die Junge führenden Brutpaare ihre Handschwingen und sind dabei bis zu 4 Wochen völlig flugunfähig. Gerade in dieser Zeit sind das Nahrungsangebot und die Ungestörtheit im Bereich der Ökozone überlebenswichtig.


Revierkämpfe gegen Artgenossen im Frühjahr

Nahrung:
Graugänse ernähren sich vegetarisch. Gräser, Kräuter, Blätter, Klee, Körner, aber auch frische Getreidesprossen ... stehen auf ihrem Speiseplan, was gelegentlich im landwirtschaftlichen Bereich zu Problemen führen kann. Sie fressen aber auch gerne Wasserpflanzen, die sie gründelnd im See, im Uferbereich oder rund um die Inseln vorfinden. "Bekämpfungsmaßnahmen" wie oft anderweitig gegen Graugänse braucht es am Drachensee nicht, da nur wenige landwirtschaftliche Privatflächen betroffen sind und auch der Badestrand im Grundseebereich durch die sinnvolle Einrichtung der Ökozone nicht durch Verschmutzung entwertet wird. Und bei wirklich auftretenden Problemen sollte eine angemessene Entschädigung zur Erhaltung der hohen ökologischen Wertigkeit der Ökozone, auch für viele anderen Arten eine gute Lösung sein.


Brutpaar 2017 mit Jungen


Graugänse  - ohne Handschwingen flugunfähig

Fazit:
Das Leben der Graugänse am Drachensee, das ganze Jahr über zu beobachten, ist oft ein großartiges Schauspiel und begeistert sicherlich die meisten Besucher und Gäste. Das lange Zusammenhalten im Familienverband, gerade auch jetzt im Herbst und Winter, bis zur neuen Brutzeit, die oft lebenslange Partnerschaft, das gemeinsame und fürsorgliche Aufziehen des Nachwuchses... Es gibt soviele Verhaltensweisen, die uns Graugänse sympathisch machen. Jedenfalls sind unsere Graugänse ein unübersehbarer und auch unüberhörbarer Teil der schützenswerten "Lebensgemeinschaft Drachensee". Helfen wir mit, sie auch für kommende Generationen zu erhalten.


Seeadler - gefährliche Jäger am Drachensee

 

 Drachensee - Ein Lebensraum auch für den Fischotter / Oktober 2017

Reiher, Kormoran, Mink, Fischotter ... sind Tierarten, die am Wasser leben, sich vornehmlich von Fischen ernähren und deshalb oft von Menschen als Konkurenten und als "Schädlinge" gesehen werden.

Im Rahmen des "Drachenseegeschnatters" stellt uns Heribert Mühlbauer, seit über 45 Jahren im unermüdlichen Einsatz auch für umstrittene Arten, diesmal eine Tierart vor, die wohl nur die allerwenigsten Besucher des Drachensees bisher entdecken und beobachten konnten, den Fischotter.

Aufgetaucht - Nur der der Kopf schaut aus dem Wasser

Er war war wohl schon lange vor der Flutung des Sees bei uns am Chamb, an der Kalten - und Warmen Pastritz und am Danglesbach heimisch. Aber vor allem durch menschliche Verfolgung galt sein Vorkommen bis Ende der 1960iger Jahre in Bayern als fast ausgerottet. Heute weiß man dass nur ein kleines Restvorkommen entlang der Tschechischen Grenze ihn auch bei uns vor dem Aussterben bewahrte.

Fischotter - elegant und verspielt

Für Heribert Mühlbauer war es deshalb eine grosse Freude, dass bei der Neuplanung des Drachensees und seiner Umgebung der Fischotter als Leitart für die Entwicklung eines otterfreundlichen Auwalds am Danglesbach erklärt wurde. Eine faszinierende Tierart wie der geschützte, in Mitteleuropa und Deutschland immer noch bedrohte und seltene Fischotter verdient es, am Drachensee eine echte Überlebenschance zu haben ohne Konflikte auszulösen.

Aussehen:
Sein stromlinienförmiger Körperbau, Schwimmhäute zwischen den Zehen sowie verschließbare Nasenlöcher und Ohren weisen ihn als hervorragenden Schwimmer und Taucher aus. Gute Augen und vor allem die langen Tasthaare an seiner Schnauze helfen ihm bei der Orientierung und Nahrungssuche auch bei trübem Wasser. Sein besonders dichtes und früher sehr begehrtes Fell - 50.000 Haare auf 1 Quadratzentimeter - ist überwiegend braun am Bauch hellbraun und im Bereich von Kehle und Kinn weißgrau.

Fischotter braucht Uferstreifen

Nahrung:
Das Nahrungsspektrum des Fischotters ist vielfältig - es besteht zum größten Teil aus Fischen - er verschmäht aber Amphibien, Reptilien, Krebse, Kleinsäuger oder auch Vögel nicht. Selbst Aas wie z.B. tote Fische gehören zu seinem Beuteschema.


Fischotter mit angeschwemmten Karpfen


Lebensweise:
Fischotter sind übrigens Einzelgänger. Die Ökozone des Drachensees mit den Einmündungen von Chamb und Danglesbach bieten dem Fischotter einen relativ guten Lebensraum. Nach bisherigen Beobachtungen meidet er mehr den offenen Bereich des Grundsees. Bei seinen nächtlichen Wanderungen und Beutezügen legt er zu Wasser und zu Land oft weit über 20 Kilometer zurück. Männchen besetzen dabei ein Revier bis zu 40 Kilometer Wasserstrecke. Das Wehr am Drachensee erweist sich dabei als unüberwindbares Hindernis. Die Umgehung über die Straße hat schon zu 2 Todesfällen für die Otter geführt. Weitere Verkehrsopfer sind nicht ausgeschlossen.

Verkehrsopfer am Drachensee

Fazit:
Bayernweit erholt sich der Bestand des geschützten Fischotters langsam. Um derzeit manchmal heftig diskutierte Konflikte zwischen Teichwirten und Fischottern zu lösen, gibt es seit diesem Jahr in unserem Landkreis sogar einen offiziellen Otterberater. Um am Drachensee Konflikte zu vermeiden ist es umgekehrt notwendig zu verhindern, dass weiterhin auf Flächen des Freistaates Bayern am Chamb und Danglesbach beim Mähen nicht einmal ein Mindestabstand zum Gewässer eingehalten wird. Gerade breite Uferstreifen sind es nämlich, die dem Fischotter und damit auch vielen anderen Arten einen artgerechten Lebensraum und damit auch das Überleben sichern.

Ökozone - fischotterfreundlich

 

Archiv vergangener Naturbeobachtungen am Drachensee

Silberreiher - weiße Schönheit und Eleganz am Drachensee / September 2017


Silberreiher mit Schmuckfedern

Die Vielfalt, Seltenheit und auch Schönheit der Vogelwelt des Drachensees ist für interessierte Einheimische und Gäste faszinierend. Im Rahmen des "Drachenseegeschnatters" stellt uns der LBV-Ehrenkreisvorsitzende Heribert Mühlbauer mit beeindruckenden Bildern diesmal eine Vogelart vor, die durch Größe, Eleganz und vor allem durch ihr schneeweißes Gefieder jedem Besucher des Drachensees sofort ins Auge fällt, den Silberreiher.


Silberreiher auf Baumwipfel - Überblick über Drachensee

Noch vor 25 Jahren war es eine Sensation einen Silberreiher in Deutschland oder Bayern zu beobachten. Vogelfreunde mußten bis zum Neusiedler See fahren, um diese so außergewöhnliche Vogelart zu Gesicht zu bekommen. Und erst 2012 konnten erstmals 2 Brutpaare in Deutschland in einer Graureiherkolonie entdeckt werden.

Heute gehören Silberreiher in allen Monaten des Jahres zum Erscheinungsbild des Drachensees. Vornehmlich aber im Winterhalbjahr von jetzt September/Oktober bis ungefähr April fällt er selbst Nichtfachleuten sofort und oft in größerer Anzahl auf die ihn früher meist als Storch bezeichnet haben. Silberreiher sind ungefähr so groß wie der im letzten Drachenseegeschnatter vorgestellte Graureiher, sie wirken jedoch viel schlanker, haben einen besonders auffallend langen Hals und erscheinen dadurch noch graziler und eleganter als Graureiher. Vor allem aber ist aber ihr Gefieder reinweiß. Auffallend sich auch der gelbe bis gelborange Schnabel - zur Brutzeit schwärzlich - sowie die dunklen Beine und Füße. Im Gegensatz zum auch reinweißen, aber viel kleineren Seidenreiher, der auch in ein bis zwei Exemplaren am Drachensee alljährlich auf dem Durchzug beobachtet werden kann, besitzt der Silberreiher auch keine Schmuckfedern am Kopf. Im Frühjahr kann man aber einzelne Exemplare in ihrem Prachtkleid mit auffallenden Schmuckfedern auf dem Rücken entdecken.

Strukturen im Wasser - als Rastplatz begehrt

Auch im Flug ist der Silberreiher durch seine Größe - Flügelspannweite bis fast 2 Meter - und sein reinweißes Gefieder leicht zu erkennen. Wie die anderen Reiherarten zieht auch er beim Fliegen den Kopf zwischen die Schultern zurück. Silberreiher majestätisch flach über den Drachensee fliegend zu sehen gehört mit den zu den beeindruckendsten Naturerlebnissen am Drachensee.


Silberreiher im Flug - beindruckend majestätisch

Obwohl Silberreiher an den Lebensraum Wasser und Schilf gebunden sind,  gehören nicht nur Wassertiere wie Amphibien, Fische oder größere Insekten zu ihrem Beuteschema. Silberreiher können im Winterhalbjahr rund um den Drachensee vor allem auch auf dem umliegenden Feldern und Wiesen, oft in Gesellschaft von Graureihern, bei der Jagd auf Mäuse beobachtet werden. Ohne Mäuse als wichtige Futterquelle könnten sie bei uns wohl auch kaum überleben. Ein zugefrorener Drachensee und schneebedeckte Wiesen und Felder im Umfeld waren schon öfters Ursache für verhungerte Silberreiher, wenn sie den rechtzeitigen Wegzug verpasst hatten.

Winter am Drachensee - Überleben gefährdet  

Der Drachensee und vor allem seine Ökozone mit dem Flachwasserbereich, der Verlandungszone mit den aufkommenden Bäumen und Büschen sowie den angrenzenden Wiesen und Feldern ist fast ein magischer Anziehungspunkt für diese so außergewöhnlichen weißen Reiher, die zu den eindrucksvollsten Arten in der Vogelwelt gehören.

Insel in Ökozone - Lebensgemeinschaft

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