am Drachensee

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Drachensee  - Der Sommer der Adler

Der Seeadler - ein Symbol für Größe und Stärke

Der Sommer 2016 am Drachensee brachte für die vielen Naturfreunde, die jedes Jahr in immer größerer Anzahl sich an der Vielfalt und Schönheit des Sees und seiner Tier- und Pflanzenwelt erfreuen, viele neue Überraschungen.

Besonders war es die Vogelwelt wieder, die lockte und begeisterte. Mit Bienenfresser und Rallenreiher gab es zwei außergewöhnliche neue Artnachweise. Unter den immer mehr werdenden Brutvögeln waren z.B. Zwergtaucher, Wasserralle, Nilgans, Rohrweihe, Blaukehlchen, Schilfrohrsänger, Kuckuck ... gern entdeckte und beobachtete Arten. Bayernweit wohl ziemlich einzigartig ist besonders der erfolgreiche Nachweis einer Mischbrut von Mittelmeermöwe und Steppenmöwe.

Fischadler greift Seeadler an


Löffler, Stelzenläufer, Purpurreiher, Schwarzstorch, Raubseeschwalbe, Schwarzkehlchen, Teichwasserläufer, um nur einige zu nennen, waren während des Vogelzugs als Nahrungsgäste am Drachensee anzutreffen. Nach vielen Jahren konnte von Heribert Mühlbauer erstmals 2016 auch wieder die Sumpfohreule als Gast nachgewiesen werden. Der absolute Höhepunkt in diesem Sommer, der wohl die meisten Natur- und Vogelfreunde zum Drachensee lockte war aber die unübersehbare Anwesenheit von Seeadlern und Fischadlern. Sie löste nicht nur bei Greifvogelfreunden sondern auch bei Fotografen große Begeisterung aus. Dass man Seeadler und Fischadler von einer einzigen Beobachtungsstation aus gleichzeitig fast täglich beobachten und ohne zu stören auch fotografieren kann, ist sehr selten und ein absoluter Glücksfall.

Seeadler nimmt Sonnenbad


Seit Anfang Mai ist Fischadler "Willy" ständiger Gast am Drachensee. In den vergangenen Tagen konnten manchmal sogar bis zu 3 Exemplare von begeisterten Ornithologen bewundert und beobachtet werden. Spätestens im Oktober wird er dann aber wie jedes Jahr seine Reise antreten, um in Afrika zu überwintern und eventuell im März oder April wieder zum Drachensee zurückzukehren. Vielleicht findet sich bis dahin eine Möglichkeit, eine Nisthilfe anzubieten. Dann könnte er am Drachensee sogar richtig heimisch werden und eine Familie gründen.

Auch schon längere Zeit hat ein Seeadlerpärchen den Drachensee als Domizil auserwählt, sucht hier nach Nahrung, sitzt gemeinsam ruhig im Baumwipfeln oder erkundet auf den Spitzen abgestorbener Bäume die Umgebung. Gelegentlich gesellt sich sogar ein weiterer Artgenosse hinzu. Unter der Wasservogelwelt des Drachensees sorgt das Auffliegen und der Jagdflug der gewaltigen Adler - Flügelspannweite bis zu 2,50m - immer für große Aufregung, denn neben Fischen zählen vor allem Wasservögel zur bevorzugten Beute des größten europäischen Greifvogels. Ob das Adlerpärchen auch den Winter am Drachensee verbringen wird, werden die nächsten Monate zeigen.


Fischadler auf Lieblingsbaum


Heribert Mühlbauer hat Fisch- und Seeadler den Sommer über beobachtet und auch fotografisch begeleitet. Die bestimmt nicht alltäglichen Aufnahmen sollen auch Naturfreunde für die Adler und damit auch für den Drachensee begeistern. Bleibt zusammenfassend nur festzustellen: Sommer 2016 am Drachensee - Ein Sommer der Adler!


 

Fischadler auf Jagdflug

 
 
Frühling am Drachensee  / Mai 2016 
 

Der Monat Mai bietet den Naturfreunden am Drachensee viele gute Möglichkeiten, um oft besonders seltene Arten zu beobachten: Kraniche, Seeadler, Fischadler, Schwarzstörche, Teichwasserläufer... rasten und gehen auf Nahrungssuche und die letzten Zugvögel wie z.B. Schilfrohrsänger oder Kuckuck kehren in ihr Brutgebiet am See zurück. Bei Kiebitz, Graugans oder einigen Entenarten sind bereits Junge aktiv und fordern den Einsatz ihrer Eltern. Höckerschwan und Haubentaucher lassen aber noch auf den ersten Nachwuchs warten. Auch die lauten Konzerte von See- und Wasserfrosch gehören nun seit Mai zum Erleben des Sees und auch Fledermäuse und die ersten Libellenarten können mit etwas Glück beim Jagen nach Insekten beobachtet werden. Im Rahmen des Drachenseesgeschnatters sollen heute einige außergewöhnliche Arten vorgestellt werden, die erst in den vergangenen Tagen für besondere Aufregung unter den interessierten Naturfreunden gesorgt haben.

 

Löffler

Löffler am Drachensee sind immer eine echte Sensation. Etwas kleiner als Graureiher oder Weißstorch fallen sie durch ihr weißes Gefieder, die schwarzen Beine und langen Federn am Hinterkopf selbst dem unerfahrenen Beobachter auf. Unverwechselbar sind Löffler aber besonders durch ihren außergewöhnlichen Schnabel, der lang und schwarz ist und wie löffelartig aussieht. Einen Löffler bei uns zu entdecken ist selbst für erfahrene Ornithologen immer ein außergewöhnliches Erlebnis. In Deutschland gibt es nur ein paar ganz wenige Brutnachweise, am Drachensee wurden Löffler auf dem Durchzug aber schon 3 mal beobachtet und zeigen so die hohe Wertigkeit des Sees als Rastbiotop auf.

 



Mittelmeermöwe

Den meisten Besuchern des Drachensees bis heute wohl wenig bekannt gehören Mittelmeermöwen seit der Flutung des Sees zum "Inventar" des Drachensees. Ihr Vorkommen in Bayern ist aber noch immer sehr lokal und das meist nur in einzelnen oder wenigen Brutpaaren. Seit dem Jahr 2013 ist diese gut bussardgroße Möwe mit einer Flügelspannweite von fast 150cm jährlicher Brutvogel mit jeweils 1 Brutpaar am See. Fast unverwechselbar sind die ausgefärbten, brütenden Altvögel neben ihrer Größe durch ihren kräftigen, gelben Schnabel, die gelben Beine und auch das auffällige Weiß von Kopf, Hals und Unterseite zu bestimmen. Jungvögel, wie auf dem Bild sichtbar, weisen dagegen außer der Größe nur wenig Ähnlichkeiten mit ihren Eltern auf. Das Schlüpfen der diesjährigen Jungvögel am Drachensee kann übrigens noch in diesen Maitagen erwartet werden.

 


 

Tundrasaatgans

Eine für Bayern außergewöhnliche Maibeobachtung ist die erstmalige Anwesenheit eines Pärchens von Tundrasaatgänsen. Für Laien sind sie leicht mit den häufigeren Graugänsen am See zu verwechseln. Nur beim genauen Hinsehen fallen die etwas geringere Größe, der erkennbar dunklere Kopf und der an der Spitze und im Ansatz schwarze Schnabel mit einer dazwischen erkennbaren orangefarbenen Markierung auf. Auch die orangefarbenen Beine helfen bei der Bestimmung. Die Brutgebiete der zu dieser Jahreszeit nicht alltäglichen Gäste liegen in der Tundra, im Norden Eurasiens. Um Tundragänse unter den Gänsen am Drachensee beobachten zu können braucht es aber am besten ein Fernglas oder Spektiv.

 


 

Stelzenläufer

Seit 4 Jahren tauchen im Verlandungsbereich der Ökozone nun regelmäßig auch Stelzenläufer auf und lassen die Augen aller Vogelfreunde aufleuchten. 2 Tage lang hielt sich im Mai wieder ein Pärchen im Bereich der Ökozone auf, um zu rasten und nach Nahrung zu suchen. Stelzenläufer wirken in ihren Aussehen äußerst grazil und fast exotisch. Charakteristisch und unverwechselbar sind die überaus langen, dünnen und rosaroten Beine. Auch der schwarze Schnabel ist ausgesprochen lang und sehr dünn. Typisch ist ebenso das rote Auge. Auch die Stelzenläufer bestätigen mit ihrer regelmäßigen Anwesenheit, das der Drachensee als Nahrungsbiotop und Rastplatz immer mehr von großer Bedeutung für den Vogelzug ist.

 


 


Löffler, Mittelmeermöwe, Tundrasaatgans und Stelzenläufer am Drachensee zu beobachten zeigt, dass die Attraktivität des Drachensees für die Natur ständig steigt. Damit verbunden ist aber die Verpflichtung, alles dafür zu tun, um dieser Entwicklung nachhaltig gerecht zu werden. Maispaziergänge am Drachensee bieten derzeit die große Chance vielfältige und faszinierende Natur zu erleben.

 


 

 
 
Frühling am Drachensee  / April 2016 
 
Frühling am Drachensee ist alljährlich für viele naturbegeisterte Besucher immer wieder ein besonderes Erlebnis. Derzeit sind noch die Wintergäste wie z.B. Gänsesäger, Kormorane oder auch Silberreiher dabei, wieder in ihre Brutgebiete zurückzufliegen. Sie sind keine Brutvögel am Drachensee und nur einzelne Exemplare von ihnen werden hier übersommern.
 
Silberreiher

Vor allem die unverwechselbaren Silberreiher mit ihrem reinweißen Gefieder waren wieder am Drachensee oder in dessen Umgebung zahlreich zu beobachten. Seit der Flutung des Sees haben nun alljährlich in wachsender Anzahl diese eleganten Schreitvögel den Winter hier verbracht. Nur ein paar wenige noch nicht brutfähige Exemplare haben in den letzen Jahren bei uns auch übersommert.
 
Haubentaucher
Ganz selten konnte man am Drachensee in den Wintermonaten gelegentlich auch Haubentaucher in ihrem Schlichtkleid beobachten. Seit Ende Februar gehören sie aber nun wiederum mit ihrem nunmehr prächtigen Federkleid und ihrer namengebenden Federhaube zu den besonders auffallenden Wasservögeln am See. Derzeit halten sich in der Ökozone bereits wieder mehrere Paare auf, die beeindruckendes Balzverhalten zeigen, ihre Reviere abgrenzen und auch schon mit dem Nestbau beschäftigt sind.
 

 
Höckerschwan
Auch zwei Paar Höckerschwäne zeigen durch ihr Verhalten, dass sie heuer eventuell wieder in der Ösbühler Bucht und in der Ökozone brüten wollen. Nachdem im vergangenen Jahr kein Jungschwan überlebte - der Schwanenvater kam auf mysteriöse Weise kurz vor dem Schlüpfen der fünf Jungen ums Leben - gilt die Hoffnung vieler Schwanenfreunde der neuen Brutsaison. Hier kommt es vor allem in der Ösbühler Bucht darauf an, dass die Besucher die aufgestellten Schilder beachten, auf dem Weg bleiben und in diesem Bereich unbedingt Hunde an die Leine nehmen. Nur so können Tragödien, wie bereits mehrmals in der Vergangenheit vermieden werden, die zum Tod der brütenden Schwäne führten.
 

 
Rauchschwalbe

Schwalben gehören ganz besonders zum Erscheinungsbild der Vogelwelt am Drachensee. Seit Palmsonntag werden es nun täglich immer mehr, die den See vornehmlich zur Nahrungssuche aufsuchen. Derzeit es sind größtenteils noch Rauchschwalben, in den nächsten Tagen werden aber wohl auch die Mehlschwalben zurückkehren. Während die Mehlschwalben außen an Hauswänden ihre Nester anlegen, ziehen Rauchschwalben ihre Jungen innerhalb von Gebäuden, bevorzugt in Viehställen groß. Bis Ende Oktober können vor allem bei regnerischem Wetter oft Hunderte von nahrungssuchenden Schwalben die Besucher des Sees faszinieren.
 
Kiebitz
 

Die Flugspiele und Rufe des Wiesenbrüters Kiebitz gehören einfach zum Frühlings ganz allgemein. Leider geht sein Vorkommen in Bayern mancherorts derzeit oft dramatisch zurück. Am Drachensee könnte man wohl einen Bestand von 5-10 Brutpaaren erhalten, wenn sich die Besucher an die Vorgaben halten, nur die erlaubten Wege nutzen, das Wiesenbrütergebiet völlig meiden und vor allem ihre Hunde verantwortungsbewusst an die Leine nehmen. Nur wenige Störungen genügen nämlich um auch andere hochgefährdete Wiesenbrüter wie Braunkehlchen, Bekassine, Rotschenkel oder Wachtelkönig zu gefährden und ein erfolgreiches Brüten zu verhindern.
 
Die Ökozone mit dem anschließenden Wiesenbrütergebiet ist eine überaus wertvolle "Überlebensinsel" als Brut-, Rast- oder Nahrungsgebiet für besonders bedrohte und seltene Arten. Allein im letzten Jahr hat aber ein beständig streunender Hund mehrere Bruten zum Beispiel vom Kiebitz und Rotschenkel verhindert. Frühling am Drachensee - für die Besucher des Sees gibt es eine Vielfalt von Möglichkeiten ihn zu erleben. Die vorgestellten Arten stehen beispielhaft für viele weitere Brutvögel wie z.B. die Graugans, die den Drachensee bereits als Brutgebiet auserkoren haben. Diese Reichhaltigkeit zu entdecken und sich an ihr zu erfreuen ist eine Herausforderung, die sich lohnt. Aufregende Kiebitzruf, begeisternde Haubentaucherbalz, die Eleganz über dem See jagender Schwalben oder das majestetische Verhalten der Höckerschwäne - ein Frühlingsbesuch am Drachensee vermittelt Leben, Vielfalt oder einfach nur Freunde.  
Natur am Drachensee - Auch im Winter begeisternd / Winter 2016


Schwimmen, Segeln, Surfen ... sind nur zu bestimmten Zeiten am Drachensee möglich. Naturbeobachtungen und Naturerlebnisse bieten sich dagegen das ganze Jahr über an und selbst jetzt im Winter können Besucher des Sees oft Erfreuliches und Überraschendes erleben.
Derzeit sind es vor allem verschiedene Entenarten wie Stockenten, Krickenten, Schnatterenten oder Schellenten, Blässhühner, Gänsesäger, seltene Zwergsäger, Haubentaucher, Höckerschwäne oder Kormorane. Aber auch Graureiher und derzeit vor allem Silberreiher gehören zu den besonders auffallenden und imposanten Vogelarten am winterlichen See. Immer wieder tauchen auch verschiedene Möwenarten auf, die dem Drachensee schon seit der Flutung winterliche Besuche abstatten. Vornehmlich sind es Sturmmöwen, Lachmöwen oder Großmöwen wie die Mittelmeermöwe die über dem See ihre Kreise ziehen und bei offener Wasserfläche auch nach Nahrung suchen. Von der Mittelmeermöwe hat übrigens 2015 wieder ein Paar erfolgreich in der Ökozone des Drachensees gebrütet. Nur solange der See und seine Zuflüsse Chamb und Danglesbach nicht zugefroren sind findet auch der prächtige Eisvogel, oft auch wegen seines farbenprächtigen Gefieders "fliegender Edelstein" genannt eine Möglichkeit, die Gefahren des Winters zu überstehen.


 
Die große Anzahl von Wasservögeln am Drachensee ist aber seit nunmehr bereits mehreren Wochen auch der Anlaß für die Anwesenheit einer besonderen Attraktion, nämlich von Seeadlern. Es sind zwei prächtige, ausgewachsene Exemplare, die viele Gäste - auch aus dem benachbarten Tschechien - zum Drachensee locken. Seeadler am Drachensee und im Bayerischen Wald waren noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar.


 
Diese beeindruckende Vogelart mit einer Flügelspannweite von rund 2,5 Metern begeistert derzeit Naturfreunde und Naturschützer. Bei etwas Glück können die Seeadler vor allem bei den Beobachtungsstationen oder sogar über dem Grundsee jagend beobachtet werden. Dem Autor, Heribert Mühlbauer, gelang an Silvester und erst vor wenigen Tagen eine Serie von beeindruckenden Aufnahmen dieser fantastischen und bei uns sehr seltenen Vogelart, die den meisten wohl nur vom Fernsehen her bekannt ist.
 

 
Die freihand gemachten Aufnahmen lassen viel spüren von der Faszination Natur und beweisen, dass es sich gelohnt hat, sich für einen Drachensee einzusetzen der mit seiner Ökozone  bereits heute ein echtes kleines Naturjuwel ist. Seeadler am Drachensee beobachten - eine fast unglaubliche Geschichte! 
 
Seeadler und Kraniche am Drachensee  / Dezember 2015


Herbstliche Pracht im Bereich des Danglesbachs

Einen Bilderbuch-Herbst mit einer ganz besonderen Pracht gab es heuer am Drachensee. Dieberg und Einberg sowie die kleinen Wäldchen in unmittelbarer Umgebung des Sees brauchten keinen Vergleich mit dem oft zitierten "Indian Summer" zu scheuen. Auch in der Ökozone bot sich den Naturfreunden ein faszinierendes Bild. Wasser und Wald bildeten eine Kulisse, wie man sie sich nicht schöner hätte wünschen können. Der goldene Herbst hatte aber nicht nur für Menschen, Einheimische und Gäste gleichermaßen, Erfreuliches und Schönes zu bieten.

Auch die Tierwelt zeigte sich wieder mit einer großen Vielfalt und seltenen Arten.

Seeadler


Seeadler segelt über Drachensee
 
Seit über 4 Wochen schon hat sich ein Seeadler-Pärchen den Drachensee als Domizil ausgesucht. Einzelne und mehrtägige Beobachtungen gab es zwar schon seit Flutung des Sees im Jahr 2009 aber noch nie solange wie zum jetzigen Zeitpunkt. Obwohl einen Seeadler bei uns viele Leute noch nie in freier Natur gesehen haben, ist er den meisten wahrscheinlich als Deutschlands Wappentier, als Bundesadler bekannt. Der Seeadler ist der größte Greifvogel Europas und mit einem Gewicht der größeren Weibchen bis zu 7kg und einer Flügelspannweite von bis zu 2,5 Meter eine überaus imposante und beeindruckende Vogelart. Ausgewachsene Exemplare sind leicht am besonders kräftigen gelben Schnabel, dem im Vergleich zum Körper helleren Kopfbereich und den auffallend weißen Schwanzfedern zu erkennen. Jugendliche Adler sind überwiegend braun gefärbt und zeigen sich sich erst mit 5 Jahren im Erwachensenkleid. Seeadler könnnen übrigens laut Ringfunden bis zu 40 Jahre alt werden. Auch im Flug sind Seeadler relativ leicht zu bestimmen. Allein schon die Größe, der keilförmige Schwanz und die auffallend "gefingerten" Handschwingen, wenn er "brettartig" segelt, sind gute Erkennnungszeichen. Seit 2006 ist er auch wieder Brutvogel in Bayern, nach dem er um 1850 als ausgerottet galt. Heute brüten in Bayern wieder zwischen 5 und 10 Paar, die meisten davon in wenig gestörten Gebieten der Oberpfalz. Landschaften mit viel Wald und Wasser sind für ihn der ideale Lebensraum.


Jagender Adler in der Ökozone

Das Gebiet des Drachensees, das Chambtal und die Regentalaue mit Rötelseeweihergebiet zusammen kommen diesem Ideal sehr nahe. Bleibt noch zu erwähnen, dass sich das Seeadlerpärchen am Drachensee derzeit in erster Linie von Wasservögeln wie Graugans, Blässhuhn und Stockente ernährt, die im Winter zusammen mit Aas den größten Teil seiner Nahrung darstellen.

Kranich

Eine weitere große und beeindruckende Vogelart am Drachensee, die derzeit mit etwas Glück entdeckt werden kann, sind Kraniche. Schon vor der Flutung des Sees konnten gelegentlich meist einzelne Exemplare im Bereich des Chambtals beobachtet werden. Erstmals im Jahre 2011 gelang es Heribert Mühlbauer 40 Exemplare rastend im unmittelbaren Bereich des Drachensees zu entdecken. Seitdem gelingt es alljährlich Kraniche auf ihrem Frühjahrs- und Herbstzug überfliegend oder zum Teil auch rastend zu registrieren. Im Herbst 2013 waren es als Maximum bisher über 400 Exemplare, die in 3 Trupps laut trompetend über den Drachensee und Furth i. Wald in Richtung Chambtal-Regentalaue geflogen sind. Vielen Furthern dürfte damals das beeindruckende Spektakel aufgefallen sein. Ihr Kommen kündigen sie, übrigens lange bevor man sie sieht, durch ihre eindrucksvollen "Gruh-Gruh" Rufe an. Wer diese Rufe einmal bewusst gehört hat wird sie wohl kaum mehr vergessen.

 


Kraniche im Anflug auf den Drachensee


Daneben faszinieren Kraniche allein durch ihre Schönheit und Eleganz schon seit frühester Zeit Menschen verschiedenster Kulturen und gelten heute vielfach noch als Glücksbringer. Typisch für ziehende Kraniche ist auch ihre "V-förmige" kraftsparende Flugformation mit erfahrenen Tieren an der Spitze. Sie sind hervorragende Flieger und könnten ohne Rast bei idealen Bedingungen bis nach Südeuropa in ihre Winterquartiere in Spanien, Frankreich oder Ungarn fliegen. Meistens legen sie aber Pausen ein, vor allem dann, wenn schlechtes Wetter oder Nebel sie tagelang am Fliegen hindern. Kraniche zu erkennen fällt übrigens nicht schwer, denn mit einer Höhe von bis zu 130 Zentimeter einer Flügelspannweite von über 2 Meter, überwiegend aschgrauen Gefieder, den langen Schwungfedern, dem langen und im Flug ausgestreckten Hals oder der federlosen roten Kopfplatte ist er kaum mit anderen Arten zu verwechseln. Jungvögel kann man am sandfarbenen Kopf leicht unterscheiden.

 


Kraniche rasten gerne auf abgeernteten Feldern

Von seiner Ernährung her ist der Kranich ein echter Allesfresser, der sowohl tierische Beute als auch Pflanzen in verschiedenster Form nicht verschmäht. Sein Lebensraum sind in erster Linie weitläufige Feuchtgebiete wie z.B. Bruchwälder, Seeufer, Feuchtwiesen oder Sumpfgebiete. Hier legt er, meist umgeben von seichten Gewässern, als Bodenbrüter sein Nest an und zieht meist 2 Junge groß, die dann mit ungefähr 10 Wochen flugfähig sind und im Familienverband, wie in den vergangen Tagen und Wochen, in ihre Winterquartiere ziehen. Im übrigen brüten seit einigen Jahren auch wieder einige Kranichpaare  in Bayern. Fazit: Kraniche und Seeadler am Drachensee und im Landkreis Cham - wir sollten alles dafür tun, dass auch kommende Generationen sich an solchen Naturerlebnissen erfreuen können. Unser Landkreis bietet dafür gute Voraussetzungen, dass in absehbarer Zeit Seeadler und Kraniche vielleicht sogar als Brutvögel heimisch werden.

 
Auch Reh und Hase leben am Drachensee / Oktober 2015


Spaziergänger, Jogger, Einheimische, Touristen ... der Drachensee kennt viele Freunde und Besucher. Wohl die wenigsten von ihnen wissen aber, dass auch Feldhase und Reh den Drachensee und seine Umgebung schätzen. Dabei sind beide Lebewesen, die man nicht unbedingt an Gewässern wie z.B. dem Drachensee vermutet.

Rehe

Rehbock unter Stockenten



Rehe schätzen hier vor allem den Bereich der Ökozone mit dem Wiesenbrütergebiet und besonders der strukturreichen Verlandungszone. Aber auch die zahlreichen Inseln haben sie sich als Nahrungsbiotop und auch als Ruhezone auserkoren. Dazu ist es aber notwendig zuerst einmal eine längere Strecke zu schwimmen. Die Ökozonen-Rehe am Drachensee beherrschen dies meisterlich. Die frischen Triebe und Blätter von Weiden und Erlen, das saftige und ungespritze, vielfältige Grün auf den Inseln und dabei noch der Schutz vor unliebsamen Besuchern sind zu verlockend. Umso bedauerlicher ist es daher, wenn vor allem im Frühjahr wildernde Hunde sogar auf den Inseln auftauchen und dann vornehmlich für werdende Rehmütter zur großen Gefahr werden. Trotzdem haben heuer im unmittelbaren Umfeld des Drachensees zwei Rehmütter jeweils zwei Kitze zur Welt gebracht.
Rehe zählen zwar nicht zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten, aber es gehört dennoch zu den großartigen Naturerlebnissen am Drachensee schwimmende Rehe zum Beispiel unter Enten oder neben Reihern zu entdecken und zu beobachten.


Rehbock und Rehgeiß im Drachensee


 
Feldhase
Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild hat den Feldhasen zum Wildtier des Jahres 2015 gewählt. Mancherorts ist sein Rückgang alarmierend, auf der Roten Liste zählt er zu den gefährdeten Arten. Am Drachensee mit seinem Umfeld gelingt es dem aufmerksamen Naturbeobachter immer öfter auch "Meister Lampe" wieder zu beobachten. Die aufwendigen Heckenanpflanzungen im Herbst 2010, die Wiesenbereiche innerhalb der Ökozone im Wiesenbrütergebiet und das Wiesen-und Heckenareal um den Danglesbach lassen Hoffnung auf ein entstehendes Überlebensgebiet für den vielerorts immer seltener werdenden Feldhasen hochkommen. In einer oft intensivst betriebenen Landwirtschaft mit großen Ackerfläcken und Maisflächen fehlen ihm Strukturen wie Ackerrandstreifen, kleine Feldgehölze, Hecken, vielfältige und fetthaltige Wildkräuter...., die ihm Ruhe, Deckung und Nahrung bieten.
Am Drachensee sind gute Ansätze für ein zukunftsfähiges "Hasenland" vorhanden. Um dies zu erreichen brauchen die Ökozone, die Wiesenbereiche und das gesamte Umfeld noch mehr Schutz und Strukturen. Das hilft dann auch weiteren Arten wie z.B. Rebhuhn und Fasan die gelegentlich auch schon wieder beobachtet werden können.
Unbedingt vermieden werden sollte das unkontrollierte Herumstreunen und Wildern von Hunden und auch Katzen, die eine große Gefahr vor allem für junge Hasen und Rehkitze darstellen. Und wer schon einmal erlebt hat, wie wildernde Hunde am Drachensee einen Hasen gejagt und zerfleischt haben, wird Naturfreunde und Jäger verstehen, die zumindest einen Leinenzwang in für Wildtiere besonders wertvollen Lebensräumen fordern. Auch Wildtiere haben nämlich ein Recht auf ein Leben und Überleben.

Der Feldhase braucht gräserreiche Wiesen
 
Streunender Hund in der Ökozone 
Pelztiere am Drachensee / September 2015



Der Drachensee ist nicht nur Brut- und Rastbiotop für seltene und gefährdete Vogelarten. Selbst für Säugetiere hat sich der See seit seiner Flutung zu einem anziehenden und wertvollen Lebensraum entwickelt. Von den bei uns in Bayern vorkommenden Säugetierarten sind nur ein paar ganz wenige fast ausschließlich am Wasser vorkommend und an Wasser gebunden. Bisam-Biber-Nutria-Mink und Fischotter sind Tierarten, die man gerne als "Pelztiere" bezeichnet. Sie wurden vom Menschen entweder verfolgt und gejagt, als "Schädling" fast ausgerottet oder aber als Pelzlieferant geschätzt, eingeführt und gezüchtet. Dass derzeit alle fünf Arten am Drachensee schon festgestellt und beobachtet wurden unterstreicht die Anziehungskraft und Bedeutung des Sees für eine vielfältige Natur, es kann aber auch Probleme aufwerfen.

Bisam
Der Bisam oder auch Bisamratte gennant ist mit ca. 35cm Körperlänge die kleinste der fünf Arten. Er ist keine Rattenart, sondern gehört zur Familie der Wühlmäuse. Im Drachenseebereich war er schon vor Entstehung des Sees beheimatet. Ursprünglich in Amerika vorkommend wurde er 1905 in Europa in der Nähe von Pilsen ausgesetzt. Sein Bestand weitete sich rasant aus, aber trotz starker und intensiver Verfolgung durch den Menschen konnte er sein Überleben sichern. Am Drachensee kommt er aber nur mehr sehr selten vor, seit sich auch der Mink angesiedelt hat und den anfangs sehr häufigen Bisam als Lieblingsbeute ausgemacht hat.

 


Biber

Schon Anfang der 80er Jahre gelang Heribert Mühlbauer im Bereich des heutigen Grundsees der erste Nachweis eines Bibers im Landkreis Cham. Nach der Flutung des Sees gab es dann bis zu 3 Biberfamilien im Umfeld. Heute gelingt es aber nur noch ganz selten den nachtaktiven Nager zu beobachten. Menschliche Störungen im unmittelbaren Bereich der Biberburgen, das illegale Einreißen seiner errichteten Dämme selbst im geschützten Ökobereich, sowie mysteriöse tote Biber in den letzten Jahren erhärten den Verdacht dass bei uns nicht nur Luchse illegal verfolgt und getötet werden. Dabei gehört das Beobachten unseren größten heimischen Nagetiers an Land und im Wasser immer, noch zu den faszinierenden Naturerlebnissen am Drachensee.


Nutria
Der Nutria - auch Biberratte genannt - gehört auch zu den Nagetieren und ist seit Frühjahr 2015 der neueste Zuwanderer am Drachensee. Eigentlich ist er in Südamerika beheimatet, aber er stammt von verwilderten Tieren ab, die aus Pelztierfarmen entkommen sind oder freigelassen wurden. Mit einer Körperlänge von bis zu 65cm und einem Gewicht von bis zu 7kg bewegt er sich zwischen Biber und Bisam. Er ist hervorragend an das Leben im Wasser angepasst und ernährt sich auch hauptsächlich von Pflanzen. Sein Kopf ähnelt einem riesigen Meerschweinchen. Die großen Nasenlöcher und seine leuchtend weißen, langen Schnurrhaare sind weitere gute Erkennungsmerkmale. Es wird sich zeigen, ob er als wärmeliebende Art den Winter am Drachensee überleben wird.



Mink
Schon 2012 konnte Heribert Mühlbauer erstmals den Nachweis des Minks, auch amerikanischer Nerz genannt, am Drachensee erbringen. Ursprünglich in Nordamerika beheimatet wurde er wegen seines wertvollen Fells nach Europa eingeführt und in Pelztierfarmen gezüchtet. Die bei uns vorkommenden Tiere gehen alle auf ausgebrochene oder freigelassene Exemplare zurück. Er ist wie alle vorgestellten Arten fast nur dämmerungs- und nachtaktiv und so nur von wenigen Naturbeobachtern zu entdecken und zu erkennen. Als räuberischer Fleischfresser ist sein Nahrungsspektrum vielfältig. Neben Fischen, Wasservögeln, Fröschen ... ist auch der Bisam ein beliebtes Beutetier. Der Mink ist ein Fremdling am Drachensee, der sehr oft für große Unruhe und Bedrohung unter den anderen Tierarten sorgt.



Fischotter
In der Vergangenheit oft grausam verfolgt und fast ausgerottet gehört der Fischotter in Mitteleuropa heute immer noch zu den bedrohtesten Säugetierarten. Schon vor der Flutung konnten im Umfeld des Drachensees immer wieder Einzelnachweise von Fischottern erbracht werden. Ein Totfund und bedauernswerter Weise ein Fischotter als Verkehrsopfer 2010 am Danglesbach waren und sind aber ganz konkrete Nachweise für sein Vorkommen am Drachensee und seiner Zuflüsse. Als gefürchteter Fischräuber, wie öfter von Teichwirten beklagt, braucht er am Drachensee nicht gesehen und verfolgt werden. An das Leben im Wasser ist er hervorragend angepasst. Sein Nahrungsspektrum ist vielfältig und reicht von Fischen, Fröschen, Mäusen bis zu Insekten und Jungvögeln. Aber ein sich naturnah entwickelnder Lebensraum Drachensee mit einem ökologisch ausgerichteten Umfeld sollte auch dem Fischotter hier ein Überleben ermöglichen.

 
Vogelkinder am Drachensee / Juli 2015

Kinderstube Drachensee


Wer derzeit am Drachensee vor allem von den Beobachtungsstationen in der Ökozone aus mit einem Fernglas die Vogelwelt beobachtet, kann z.B. das interessante Familienleben von Haubentauchern, Graugänsen, Stockenten und Höckerschwan erleben. Es herrscht reger Betrieb im Bereich der Einmündung von Danglesbach, Chamb und auch in der Ösbühler Bucht. Von Jahr zu Jahr verändert sich vor allem die Flora und der Bewuchs in diesen Gebieten. Langsam entwickelt sich wieder ein größerer Schilfbereich und auf den angelegten Inseln wachsen unübersehbar immer mehr Erlen und Weiden. Verlandungs- und Inselbereiche entwickeln sich immer mehr zu wichtigen Brut- und Nahrungsbiotopen.

Graugans
Schon am 10. April konnte heuer schon  das erste Brutpaar mit 11 Jungen entdeckt werden. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es heuer mehr Brutpaare, aber mit weniger Junggänsen. Graugänse sind seit der Flutung des Sees alljährliche Brutvögel. Auch Nichtbrüter nutzen die Ökozone und die verschiedenen Strukturen und Inselbereiche als Ruhezonen, um ihre Schwungfedern abzuwerfen, und zu erneuern. Weil sie in dieser Zeit flugunfähig sind, sind sie auch besonders störungsempfindlich. Das Beobachten der Gänsefamilien am Drachensee mit ihren zur Zeit teilweise schon ausgewachsenen Jungen gehört jedes zu den besonderen Naturbeobachtungen.


Haubentaucher
Der Haubentaucher ist ebenfalls ein Erstbesiedler des Drachensees. Das erste Junge schlüpfte heuer am 29. Mai in der Ökozone. Von der Eschlkamer-Beobachtungsstation aus war der ganze Brutverlauf heuer von vielen Naturfreunden sehr gut zu verfolgen. Drei junge Taucher werden derzeit von den Elterntieren versorgt, ein weiteres Paar kümmert sich bereits auch um 2 Jungtaucher. In den nächsten Tagen und Wochen ist weiterem Nachwuchs vor allem im Bereich der Ökozone zu rechnen. Durch zuviele Störungen und Nichtbeachtung des Wegegebots während der Brutzeit ist die Bilanz in der Ösbühler Bucht heuer bisher mehr negativ. Jungtiere der Haubentaucher werden übrigens am Anfang im Gefieder der Elterntiere transportiert und dort auch gefüttert. Ihre auffallend gestreiften Kopf- und Halsseiten machen sie unverwechselbar.


Stockente
3 verschiedene Entenarten führen derzeit bereits ihre Jungen am Drachensee. Die Stockente ist die häufigste Art, aber auch von der sehr viel selteneren Schnatterente gibt es erfreulicherweise bereits 5 erfolgreiche Brutpaare. Die Weibchen beider Arten sehen sich sehr ähnlich, so dass Schnatterenten mit ihren Jungen meist nicht erkannt und mit Stockenten verwechselt werden. Es lohnt sich also genauer hinzuschauen, um die Arten unterscheiden zu können. Ein blauer "Spiegel" im Flügel der Stockente, der aber nicht immer sofort sichtbar ist, sowie Größe, Kopf- und Schnabelfärbung sind im Vergleich gute und untrügliche Kennzeichen der Stockente. Derzeit halten sie sich, wie alle anderen Schwimmenten, bevorzug im Ufer- und Inselbereich der Öko- und Naturerlebniszone auf und sind dabei nicht immer leicht zu entdecken.


Höckerschwan
Schon seit 2 Jahren gibt es keine Further Jungschwäne mehr am Drachensee. Heuer siedelte sich aber in der Danglesbachbucht erstmals wieder ein Schwanenpärchen an. Um so enttäuschter waren deshalb all die interessierten Schwanenfreunde, als das Männchen, wiederum wie im Vorjahr unter sehr mysteriösen Umständen ums Leben kam. Trotz wridrigster Bedingungen gelang es aber dem Schwanenweibchen "Sonja" vor einigen Tagen 5 junge Schwanenküken zum Ausschlüpfen zu bringen. Ohne den so wichtigen väterlichen Schutz ist nur zu hoffen, dass es der Schwanenmama gelingt ihre noch sehr kleinen Jungen großzuziehen und vor Feinden zu schützen. Derzeit halten die sich noch bevorzugt im Rückengefieder ihrer Mama auf und werden so bequem und vor allem geschützt über den See transportiert.



Fazit:
Der Drachensee bietet zu allen Jahreszeiten gute Möglichkeiten vielfältige und faszinierende Natur zu entdecken und zu erleben. Wasservögel wie die vorgestellten Arten gehören dabei zu den auffallenderen und bekannteren Arten. Für alle Besucher des Sees sind Brutzeit und Jungenaufzucht aber Anlass, besondere Rücksicht zu zeigen, um den Bruterfolg nicht zu gefährden. Aber auch außerhalb des Wasserbereichs, in der Verlandungs- und Schilfzone herrscht zur Zeit reges Leben: Schilf-, Sumpf oder Teichrohrsänger, Rohrammer, Dorngrasmücke oder Blaukehlchen, um nur einige zu nennen, sind derzeit ebenfalls unermüdlich um ihren Nachwuchs bemüht. Es herrscht Leben am Drachensee und darf von allen Besuchern mit gebührender Rücksicht aber auch Freude entdeckt werden.

 

Seltene Wiesenbrüter am Drachensee / Mai-Juni 2015

Der Drachensee ist nicht nur Lebensraum für bekannte Wasservogelarten wie Höckerschwan, Haubentaucher, Stockente oder Blässhuhn.
Der weitläufige Wiesenbereich in der Ökozone, im östlichen Bereich des Drachensees um Chamb und Danglesbach, sowie teilweise auch in der Ösbühler Bucht sind auch ein überaus wertvoller Bereich für sogenannte "Wiesenbrüter".
Sie zählen bei uns in Bayern zu den seltensten und gefährdetsten Vogelarten überhaupt. Zu den Wiesenbrütern gehören Arten wie Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Rotschenkel, Bekassine, Wachtelkönig, Kiebitz, Braunkehlchen, Wiesenpieper oder auch Schafstelze. Es sind alles Vögel, die ihr Nest in Wiesen und Weiden anlegen. Eine hoher Anteil an Feuchtflächen, wie sie am Drachensee noch vorhanden sind, ist dabei für die meisten Arten überlebensnotwendig.
Die genannten Arten werden seit dem Aufstau des Sees vom LBV Ehrenvorsitzenden Heribert Mühlbauer und seinen Naturschutzfreunden von der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz - Drachensee / Chambtal bei der Rast oder als Brutvögel festgestellt. Großer Brachvogel und Wiesenweihe - vorher Brutvögel - sind aber wegen großer Lebensraumverluste durch die Überstauung derzeit nur mehr als Nahrungsgäste zu beobachten, während die Wiesenschafstelze als neue Brutvogelart hinzukam.

Großer Brachvogel
Der Große Brachvogel war früher Brutvogel mit 1 - 3 Paaren. Derzeit ist er im Drachenseebereich nur mehr regelmäßiger Gast während der Zugzeit im Frühjahr und Herbst. Er gehört zur Gruppe der Watvögel und ist unser größter Wiesenbrüter. Sein Bestand ist in ganz Bayern stark zurückgegangen. Alarmierend ist seine Abnahme besonders im Chambtal. Sein Brutbestand von ehemals über 20 Brutpaaren ist fast erloschen. Das Verschwinden dieser faszinierenden Vogelart mit dem bis zu 15cm langen gebogenen Schnabel und dem typisch trillerenden Gesang wäre nach Heribert Mühlbauer eine weitere echte Verarmung unserer ehemals so reichhaltigen Wiesenlandschaften.

 


Rotschenkel
Der sicherlich seltenste Wiesenbrüter und Brutvogel überhaupt am Drachensee ist der Rotschenkel. Er ist extrem vom Aussterben bedroht, von ihm gibt es in ganz Bayern kaum mehr als nur eine Handvoll von Brutpaaren. Um so erfreulicher ist es daher, dass er im Bereich der Ökozone tatsächlich schon erfolgreich gebrütet hat. Die dort erfolgten ökologischen Gestaltungsmaßnahmen führten erfreulicherweise 2011 und 2012 zu erfolgreichen Bruten. Das Pfingsthochwasser 2013 führte zum Verlust der Brut und im Jahre 2014 war es schon befürchtete menschliche Störungen und vor allem freilaufende Hunde, die eine Brut verhinderten. Auch 2015 scheint es durch einen fast täglich herumhetzenden und stöbernden Hund zur Aufgabe der Brut gekommen zu sein.

 

 Kiebitz
Das gleiche Problem betrifft auch dien Kiebitz. Er ist am Drachensee mit im Vorjahr 6 Brutpaaren und 10 Jungvögeln der auffallendste und "häufigste" Wiesenbrüter. Sein Aussehen, seine Rufe und seine elegangen Flugkünste machen ihn unverwechselbar. Aber auch er zeigt einen auffallenden und bedrohlichen Bestandsrückgang. Vor allem im Bereich der Ösbühler Bucht kam es wegen häufiger Störungen durch Menschen und Hunde in diesem Jahr bisher zu keiner Brut. Vergessen werden sollte beim Kiebitz am Drachensee aber nicht, dass vor allem die Ökozone für durchziehende und rastende Kiebitze von großer Bedeutung als Nahrungsangebot ist.



Bekassine
Zwischen 2 und 5 Brutpaaren bewegte sich vor der Flutung des Sees meist der Bestand der Bekassine. Moore und Feuchtwiesen, wie im Drachenseebereich teilweise noch vorhanden, sind ihr Zuhause. In Bayern gilt sie als vom Aussterben bedroht. Charakteristisch und unverwechselbar ist ihr fast 7 cm langer, gerader Schnabel. Die Bekassine ungefähr bis taubengross lebt sehr versteckt und heimlich. Nur ihre Rufe und Balzflüge verraten sie meist dem kundigen Naturfreund. Derzeit halten sich 1 - 2 Paare im Bereich der Ökozone und der Ösbühler Bucht auf. Außer im Naturschutzgebiet Regentalaue ist die Bekassine in unserem Landkreis, aber auch in ganz Bayern, nur mehr sehr selten anzutreffen.



Fazit:
Rotschenkel, Kiebitz und Bekassine sind seltene und überaus schützenswerte Brutvögel im Bereich des Drachensees. In der Ökozone und in der Ösbühler Bucht finden sie zum Brüten und zur Jungenaufzucht noch gute Voraussetzungen. Diese sind ebenfalls für weitere Arten wie Wiesenschafstelze, Braunkehlchen, Wachtelkönig, Wiesenpieper, Feldlerche und sogar Rebhuhn und Fasan vorhanden. Ein später Mähzeipunkt, frühestens am 1. Juli und keine Düngung, sind dabei gute Voraussetzungen für ein Überleben dieser hochbedrohten und seltenen Arten.
Daher ist es umso bedauerlicher wenn Menschen, besonders während der Brutzeit, rücksichtslos mitten durch das Gebiet laufen und sich nicht an Wegegebote halten. Besonders die Blätterbergseite im Bereich der Ökozone und der durch Hinweistafeln gekennzeichnete Bereich in der Ösbühler Bucht sollten nicht betreten werden.
Noch schlimmer ist es aber, wenn Hunde durch das Gebiet laufen und streunen. Mehrmaliges Aufstöbern der bedrohten Arten führt fast immer zur Aufgabe des Geleges oder zum Verlust der Jungtiere. Hunde von Drachenseebesuchern sollten deshalb in diesen Bereichen an der Leine geführt werden und auch  bzw. besonders für Hunde von Anliegern sollte das gelten. Auch Wildtiere haben ein Recht auf Leben und Überleben. Im übrigen wirkt sich der Schutz von Wiesenbrütern und ihren Lebensräumen auch positiv auf viele andere Lebewesen aus. So gibt es in den Schutzzonen des Drachensees heuer erstmals wieder auffallend mehr Feldhase und Fasane. Und in den derzeit noch nicht gemähten Wiesenbereichen der Ökozone führen 2 Rehmütter jeweils 2 Rehkitze zur großen Freude der aufmerksamen Naturbeobachter. Leben braucht Vielfalt - am Drachensee sind nach Heribert Mühlbauer gute Chancen für ein erfolgreiches Überleben von besonders seltenen und gefährdeten Vogelarten vorhanden. Und jeder kann seinen Beitrag dazu leisten.
 

Nachtleben am Drachensee / März 2015


Wenn es Nacht wird am Drachensee beginnt hier das geheimnisvolle, das mystische Leben unserer heimischen Eulen und Käuze. Auf lautlosen Schwingen fliegen sie durch die Nacht. Obwohl sie von nur wenigen Menschen dabei entdeckt werden, sind sie da.
Schon jetzt im Februar und Anfang März sind sie schon in Balzstimmung. Das ist für den kundigen Naturfreund eine sehr gute Möglichkeit durch ihre für manch furchtsame Menschen oft schaurig klingenden Rufe ihr Anwesenheit zu erkennen.

Eulen und Käuze sind faszinierende Lebewesen, die der nächtlichen Lebensweise hervorragend angepasst sind. Vor allem ihr hervorragendes Gehör ermöglicht ihnen das erfolgreiche Jagen ihrer Beutetiere, unter denen verschiedenste Mäusearten meist die Hauptbeute darstellen.
Heribert Mühlbauer, der das Gebiet des Drachensees und seiner Umgebung schon seit 40 Jahren kennt und ornithologisch betreut hat bisher schon sieben von zehn in Deutschland brütenden Eulenarten - in Europa sind es dreizehn Arten - am und rund um den Drachensee entdeckt und beobachtet und vier Arten davon als Brutvögel nachgewiesen.

Waldkauz

 


Drei junge Waldkäuze

Der Waldkauz ist ein regelmäßiger Brutvogel am und rund um den See. Er ist wohl auch die häufigste bei uns im Landkreis vorkommende Eulenart. Er ist ein gewandter Flieger und Jäger dessen Beute vor allem aus Mäusen aber auch aus kleineren Vogelarten besteht. Wie alle Käuze ist er ein Höhlenbrüter, der Scheuen und Dachböden gerne als Tagesverstecke nutzt. Der Waldkauz ist dämmerungs und nachtaktiv. Sein runder Kopf, die dunklen Augen und das rindenähnliche Gefieder machen ihn unverwechselbar. Noch leichter zu erkennen ist er aber an seinem Ruf. Das "huuuu - huhuhuhu" des Männchens und das "quwitt" als Antwort des Weibchens sind wohl die bekanntesten Eulenrufe.

 

 


Adulter Waldkauz

 



Waldohreule

 


Adulte Waldohreule

Auch die Waldohreule ist regelmäßiger Brutvogel am Drachensee. Fast so groß wie der Waldkauz sind die auffallenden Federohren die leuchtend organgegelbe Iris des Auges und ihr ausgeprägter Gesichtsschleier unverwechselbar. Im Gegensatz zum Walkauz brütet sie bevorzugt in verlassenen Nestern von Greifvögeln und Krähen. Mäuse sind bei ihr auch die Hauptbeute, die sie oft von einer Sitzwarte aus bejagt. Besonders im Winter zählen am Drachensee auch kleinere Singvögel wie Sperlinge zu ihrem Beutespektrum. Um die Anwesenheit einer Waldohreule festzustellen hilft auch bei ihr das Kennen des typischen Rufes. Das abgehakte "hu-hu-hu-hu" ist ebenso typisch wie unverwechselbar wie das hohe "zieeh" der Jungeulen. Beides kann der aufmerksame Naturbeobachter jedes Jahr im Bereich des Drachensees erleben.

 

 


Junge Waldohreule


Schleiereule
Der erfolgreiche Brutnachweis einer Schleiereule am Drachensee lässt auch das Herz eines Vogelfreundes wie Heribert Mühlbauer höher schlagen. Die Schleiereule gehört nämlich nicht nur im Landkreis zu den besonders seltenen Brutvogelarten. Fünf prächtige Jungvögel kamen unmittelbar am Drachensee in einem Brutkasten für Turmfalken zum Ausfliegen. Die Schleiereule ist eine sehr helle, langbeinige Eule, die keine Federohren besitzt. Der herzförmige Gesichtsschleier und die relativ kleinen schwarzen Augen sind auffallende Erkennungsmerkmale. Hauptbeute sind in erster Linie kleine Nagetiere. Auch bei der Schleiereule ist das Erkennen der Rufe die beste Möglichkeit ihre Anwesenheit festzustellen. Am auffälligsten ist der kreischende, lang gezogene Revierruf des Männchens. Bei der Balz kommt es dabei auch zu typisch "schnarchenden" Lautäußerungen.

 

 

Junge Schleiereulen

 



Uhu

 


Der Uhu ist die größte Eulenart weltweit. Er ist Brut- und Jahresvogel im Umfeld des Drachensees. Allein schon durch seine Größe und die gewaltige Flügelspannweite von fast zwei Metern ist der Uhu unverwechselbar. Der auffällig dicke Kopf mit den Federohren und die orangegelben Augen sind weitere Kennzeichen. Sein Beutespektrum ist sehr vielfältig, es reicht über Mäuse, Ratten und Igel bis zu fast allen Vogelarten, Hase und Fuchs. Der Drachensee mit seiner großen Anzahl vor allem von Wasservögeln bietet ein ideales Nahrungsangebot für unsere größte, aber auch sehr gefährdete und sehr seltene Eulenart. Nur wenige werden wohl bisher einen Uhu tatsächlich gesehen haben, aber wie bei allen anderen heimischen Eulenarten ist sein Rufen, das wie sein Name klingt - "uhu oder uho"ein untrügliches Zeichen für seine Anwesenheit.

Weitere Arten im Umfeld des Drachensees.
Neben den vier vorgestellten Brutvogelarten am und rund um den Drachensee konnten von Heribert Mühlbauer weitere drei Arten in den letzten Jahren noch festgestellt werden:

Raufußkauz, Sperlingskauz und vor der Flutung des des Sees sogar die in Bayern fast ausgestorbene Sumpfohreule. Die Flutung des Drachensees im Jahr 2009 war ein gewaltiger Eingriff in das Leben unserer heimischen Eulen und Käuze. Die Anlage neuer bedeutsamer Heckenstrukturen, eine extensive Landbewirtschaftung im Bereich der Naturerlebnis- und Ökozone und ein verantwortungsbewusstes Verhalten von uns allen könnte und sollte das Leben und Überleben von Walkauz, Waldohreule, Schleiereule und Uhu auch für kommende Generationen sichern.

 

 

Wintergäste am Drachensee / Dezember 2014

Nicht nur im Sommer wird der Drachensee immer attraktiver für unsere Vogelwelt. Was sich derzeit hier aber beobachten lässt, das lässt die Herzen der Vogelkundler und Naturfreunde höher schlagen. Heribert Mühlbauer gibt uns einen kleinen Überblick was derzeit vogelkundlich aktuell am Drachensee ist.

Silberreiher
Seit Anfang Dezember ist ein bisher noch nicht dagewesener Einflug von Silberreihern am Drachensee und in seiner Umgebung zu beobachten. Über 115 Exemplare stellen ein Maximum der bisherigen Beobachtungen dar. Die eleganten und oft mit Störchen verwechselten Silberreiher lassen sich zusammen mit den unauffälligeren und auch in der Anzahl wenigeren Graureihern vornehmlich auf den Wiesen und Ackerflächen bei der heuer sehr ergiebigen Mäusejagd beobachten. Beide Arten sind Ganzjahresvögel am Drachensee und erleiden durch strenge Winter oft auch große Verluste



Gänsesäger
Schon seit Flutung des Sees sind Gänsesäger alljährliche Wintergäste, die sich meist ab November vornehmlich im tieferen Bereich des Grundsees, aber auch in der Ökozone beobachten lassen. Männchen und Weibchen sind sehr unterschiedlich gefärbt. Das auffallende Weiß im Gefieder des Männchens ist typisch und unübersehbar. Bereits mehrmals konnten heuer auch schon die selteneren Mittelsäger am Drachensee beobachet werden.



Gänse
Graugänse prägen auch im Winter das Vogelleben am Drachensee. Sie brauchen keine Störung durch Bejagung am See, da sich unter ihnen oft auch andere bei uns sonst selten zu beobachtende Arten befinden. Mit Blässgans, Saatgans, Rostgans, Nilgans, Brandgans, Streifengans, Kanadagans, Nonnengans und der im letzten Jahr erstmals im Landkreis Cham entdeckten Rothalsgans wurden bisher schon weitere 8 Arten festgestellt. Vor allem Rost- und Nilgänse sind neben den zahlreichen Graugänsen derzeit die Farbtupfer unter den Gänsearten



Taucher
Mit Sterntaucher, Ohrentaucher, Schwarzhalstaucher, Zwergtaucher, Haubentaucher und Rothalstaucher wurden bisher schon 6 verschiedene Arten festgestellt. Als besonders erfreulich kann der Erstnachweis eines sehr seltenen Prachttauchers aus dem hohen Norden Europas betrachtet werden, den Heribert Mühlbauer Anfang Dezember im Grundseebereich entdeckte. Außergewöhnlich auch der Nachweis von 3 seltenen Rothalstauchern, die sich ebenfalls schon seit längerer Zeit im Grundsee aufhalten. Das Bestimmen der Taucherarten im Winter erweist sich für den Laien oft als sehr schwierig, da ihr Winterkleid gegenüber ihrem oft sehr prächtigen Sommerkleid meist sehr unauffällig ist.

(Dieser seltene Gast - Rothalstaucher - wurde heuer erstmals am Drachensee als Wintergast entdeckt)

Möwen
Der Drachensee bietet vor allem in den Wintermonaten gute Möglichkeiten auch verschiedenste Möwenarten, wenn auch in geringerer Anzahl, zu beobachten. Lachmöwen, Sturmmöwen und Mittelmeermöwen sind derzeit am häufigsten zu finden, aber Schwarzkopfmöwen, Zwerg- und Silbermöwen wurden auch schon nachgewiesen. Sogar eine ausgefärbte Mantelmöwe konnte schon einmal am Drachensee beobachtet werden. Möwen in den verschiedenen Jahreskleidern zu bestimmen gehört sogar für erfahrene Ornithologen mit zu den schwierigsten Aufgaben.

Eisvogel

Der prächtige Eisvogel ist Jahresvogel am Drachensee. Erst bei der Gefahr des Zufrierens der Gewässer verlässt er das Gebiet. Diesen "fliegenden Edelstein" zu beobachten gehört zu den besonderen Freuden aller Naturfreunde.



Wer derzeit also am Drachensee Spaziergänge unternimmt hat große Chancen für einmalige Naturbeobachtungen. Fernglas und vielleicht auch ein gutes Bestimmungsbuch sind aber die Voraussetzung für ein Bestimmen der zuweilen sehr seltenen Arten in ihren oft unauffälligen Winterkleidern. Es bleibt festzustellen, dass der Drachensee sich auch im Winter immer mehr zu einem echten, kleinen Naturjuwel entwickelt, das es zu erhalten und zu fördern gibt.

 

09.09.2014

Jagdwilderei am Drachensee

Vor 4 Wochen erst berichtete Heribert Mühlbauer im "Drachenseegeschnatter"  von der erstmaligen erfolgreichen Brut der Mittelmeermöwe am Drachensee. Ein einzelnes Paar der in Bayern noch sehr seltenen Möwenart hat erfolgreich in der Ökozone gebrütet. und ein Jungtier großgezogen.
Diese Erfolgsmeldung hat nun ein trauriges Ende gefunden. Ein Elterntier wurde von einer Schrotkugel getroffen und verendete dadurch nach wohl tagelangen qualvollen Leiden. Das zweite Elterntier und der Jungvogel sind seitdem auch verschwunden. Für Heribert Mühlbauer und auch viele andere Naturfreunde ist das Jagdwilderei und zusätzlich wohl auch ein Verstoß gegen das Tierschutz- und das Naturschutzgesetz. Deshalb wurde auch bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt wegen Jagdwilderei erstattet. Die verendete Möwe wurde geborgen und nach Absprache mit der Naturschutzbehörde zur Untersuchung in eine Tierarztpraxis gebracht. Eine dort erfolgte Röntgenaufnahme ergab: Ein röntgendichter runder Partikel von ca. 3 mm Durchmesser wurde im Bereich der Halswirbelsäule bzw. oberen Brustwirbelsäule gefunden. Die Röntgendichte lässt einen metallenen Gegenstand vermuten.

Die Verletzung un der Tod der Mittelmeermöwe könnte im Zusammenhang stehen mit Telefonanrufen bei Heribert Mühlbauer, die mit genauen Zeitangaben von einer wüsten Schießerei in der Ökozone des Drachensees berichteten. Sie selbst fühlten sich als Spaziergänger bedroht, unter der Vogelwelt herrschte eine nicht zu übersehende und zu überhörende Panik. Es war vorbei mit der für Mensch und Tier sonst friedvollen Abenstimmung in der Ökozone.

Dabei hat die zur Anzeige gebrachte, getötete Mittelmeermöwe überhaupt keine Schußzeit und ist auch nicht jagdbar. Auch eine Verwechslung mit anderen Möwen sticht nicht, da auch diese zur Zeit keine Schußzeit hätten. Das Jagen und Schießen auf Wasservögel direkt am Drachensee ist übrigens keinen Privatjäger erlaubt. Zum angrenzenden privaten Jagdrevier besteht drarüberhinaus noch eine Pufferzone die mit Schrot nicht verantwortungsvoll bejagt werden kann.



Wer mit Schrot am Drachensee in Vogelschwärme schießt riskiert, wie bei der getöteten Mittelmeermöwe, den Abschuß und damit oft qualvollen Tod auch von gefährdeten und geschützen Arten. Selbst eine Gänsevergrämung in dem nur relativ kleinen Wiesenbereich auf der Blätterbergseite der Ökozone, rechtfertigt Schießereien nicht. Hier müssen und können sicher andere Möglichkeiten gefunden werden.

Die Ökozone am Drachensee ist für die Natur, für die Tierwelt und insbesondere für die Wasservögel von großer Bedeutung. Störungen durch Schießen wirken sich aber nicht für die heimische Tierwelt, sondern auch für rastende Arten wie derzeit Störche, Fischadler oder ziehende Singvogelarten sehr negativ aus. Ungestörte Rastplätze sind nämlich für die Tierwelt genauso wichtig wie sichere Brutplätze. Die Jagdwilderei am Drachensee sollte, so der Wunsch von Heribert Mühlbauer und immer mehr entrüsteten Naturfreunden sollte so schnell aus möglich aufgedeckt und abgestellt werden. Sie sollte aber auch der Anstoß sein für ein schnelles Naturschutzkonzept für die Ösbühler Bucht und die Ökozone des Drachensees. Beide zusammen sind ein Naturjuwel dass es wert ist, für die Zukunft erhalten und optimiert zu werden. 

 

01.08.2014

Im Rahmen des Drachenseegeschnatters sollen heute 2 Arten vorgestellt werden, die sich seit Flutung des Sees vornehmlich im Bereich der Ösbühler Bucht neu angesiedelt haben.

Die Ösbühler Bucht ist auf dem Rundweg um den Drachensee ein kleines ökologisches Juwel. Flachwasserbereiche, Schilf, Hochstaudenfluren, Büsche und kleine Tümpel bilden ein Mosaik von kleinen, aber überaus wertvollen Lebensräumen. Hier können aufmerksame und interessierte Besucher nicht nur Wasservögel gut beobachten, sondern auch Schilf-, Hochstauden-, und Wiesenbrüter.

Schilfrohrsänger und Wiesenschafstelze sind hier neben anderen Arten wie Rohrammer und Dorngrasmücke neue Brutvögel am Drachensee geworden.

Schilfrohrsänger


 

Der Schilfrohrsänger ist 2013 Brutvogel in der Ösbühler Bucht und hat sein Brutgebiet 2014 auch in die Ökozone erweitert. In Bayern zählt er zu den sehr seltenen Brutvogelarten. Nach der "Roten Liste" gilt sein Bestand als vom Aussterben bedroht. Als Lebensraum braucht er wie auch in der Ösbühler Bucht, die landseitigen Bereiche eines Gewässers, sowie versumpfte Wiesen mit Schilf- und Seggenbeständen oder Hochstaudenfluren mit z.B. Brennsesseln und Kohldisteln, die durchmischt mit einzelnen Büschen sind. All diese sonst immer mehr verschwindenden Bereiche sind hier vorhanden. Sein Nest baut er bodennah, die Brutzeit erstreckt sich von Mai bis August. Von den anderen vorkommenden Rohrsängerarten unterscheidet er sich deutlich durch den breiten, weißen Überaugenstreif, durch seinen Singflug und durch seinen Gesang, der auch nachts zu hören ist.
Die sehr erfreuliche Neuansiedlung des Schilfrohrsängers am Drachensee erfordert aber nach Heribert Mühlbauer von der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz - Drachensee/Chambtal ein rücksichtsvolles Verhalten aller Besucher. Mit dem Appell die Wege nicht zu verlassen. Mit einem verantwortungsvollen Besucherlenkungs- und auch Pflegekonzept verbindet sich die Hoffnung einer der seltensten Brutvogelarten Bayerns ein nachhaltiges Überleben zu ermöglichen.

Wiesenschafstelze

 


 

Eine ebenfalls neue Brutvogelart am Drachensee, in der Ösbühler Bucht und in der Ökozone ist die Wiesenschafstelze. Zwar nicht vom Aussterben bedroht, zählt sie dennoch zu den "gefährdeten" Arten in Bayern. Sie liebt extensiv bewirtschaftete Streu- und Mähwiesen auf nassem und wechselfeuchtem Untergrund in der Nähe von Gewässern. Kehle und Brust sind bei den Männchen leuchtende gelb, bei den Weibchen blassgelb. Vor allem der gelbe Kehlfleck und der olivgrüne Rücken unterscheiden sie von der sehr ähnlichen Gebirgsstelze. Die Wiesenschafstelze ist ein Bodenbrüter, dass Nest befindet sich gut versteckt in kleinen Bodenvertiefungen zwischen Grasbüscheln. Brutzeit ist von Mai bis Juli, derzeit werden noch Jungvögel gefüttert. Der Gesang der farblich beeindruckenden Wiesenschafstelze ist aber sehr bescheiden, besteht fast nur aus 2-3 Silben und klingt wie "Psyip" oder "Srie-Srie". Am Drachensee kann die Art seit 2010 auch als regelmäßiger Durchzügler im März und April in kleinen Trupps beobachtet werden.

Fazit: Schilfrohrsänger und Wiesenschafstelze sind Arten, die sich erst seit Flutung des Sees neu angesiedelt haben. Die Ösbühler Bucht bietet zusammen mit der flächenmäßig größeren Ökozone beiden Arten die Möglichkeit zu überleben und hier weiterhin erfolgreich zu brüten. Wo anderweitig beide Arten vornehmlich durch menschliche Nutzung und Störung verschwinden und aussterben, sollten wir, Besucher, Einheimische, Gäste, alles tun, um ihnen bei uns am Drachensee in Verantwortung und zur Freude auch kommender Generationen ein Überleben zu ermöglichen und zu sichern.

 

04.07.2014

2 neue Brutvogelarten am Drachensee

Möwen prägen derzeit das Bild der Vogelwelt am Drachensee. Ihre eleganten Flugkünste und ihre typischen Rufe faszinieren und erregen Aufmerksamkeit.
Nur die wenigsten Naturfreunde und Besucher des Sees wissen aber, dass es verschiedenste Möwenarten am Drachensee gibt. Mit Silbermöwe, Mittelmeermöwe, Sturmmöwe, Schwarzkopfmöwe, Zwerg- und Lachmöwe wurden hier schon 6 verschiedene Arten von beobachtet.

Sie zu erkennen und zu bestimmen fällt aber nicht leicht, da sie zum Teil erst im dritten oder vierten Lebensjahr voll ausgefärbt und damit leichter bestimmbar sind. Ihre verschiedenen Federkleider im Jugendstadium, im Sommer und im Winter machen das Erkennen auch guten Ornitholgen schwer.

Lachmöwe

Am Drachensee gibt es heuer erstmals die Lachmöwe als neue Brutvogelart. Erst spät im Mai hat sich in der Ökozone eine kleine Kolonie gegründet. Die meisten Jungtiere brauchen aber noch eine Weile, um flügge zu werden. Die Lachmöwe ist die häufigste im Binnenland vorkommende Möwenart. Sie ist ungefähr taubengroß. Mit einer Körperlänge von rund 38 Zentimeter und einer Flügelspannweite bis zu fast 98 Zentimeter ist sie die kleinste regelmäßig in Mitteleuropa brütende Möwe. Von ungefähr März bis Juli, im Brutkleid, sind die erwachsenen Tiere durch ihren schokoladenbraunen Kopf, den roten Schnabel und die roten Beine leicht zu bestimmen. Im Flug ist sie durch den rein weißen Vorderrand der spitzen Flügel gut zu erkennen.
Derzeit kann man aber auch schon flugfähige junge Lachmöwen beobachten, die aus anderen Gebieten zugeflogen sind. Sie wirken "braun-gescheckt", der Schnabel ist rosa bis orange mit schwarzer Spitze, die Beine sind ebenso gefärbt. Im Alter von 2 Jahren gleicht dann ihr Federkleid den Altvögeln. Die 2014 neu gegründete kleine Brutkolonie der Lachmöwe am Drachensee hat möglicherweise, ihre Ursache im vollständigen Verschwinden der Kolonie am LBV-See in Neumühlen, aber auch in der weiteren ökologisch positiven Entwicklung der Ökozone.

Mittelmeermöwe

Eine weitere neue Brutvogelart am Drachensee ist derzeit die Mittelmeermöwe. Sie hat hier schon 2013 einen Brutversuch unternommen, dass Gelege wurde damals aber durch das Pfingsthochwasser zerstört. Heuer gelang der Brutversuch. Ein Jungtier ist geschlüpft. Es kann mit etwas Glück von den Stationen in der Ökozone aus beobachtet werden. Es schwimmt bereits sehr gut und ist meist in der Nähe eines Altvogels zu entdecken.
Die Mittelmeermöwe ist in Bayern ein sehr seltener Brutvogel und ein Neueinwanderer. Der erste Brutnachweis für Bayern und Deutschland konnte 1987 am Chiemsee erbracht werden. Die meisten der noch sehr wenigen Brutnachweise in Bayern sind, wie am Drachensee, Einzelnachweise. Mit einer Körpergröße von 52-58 Zentimeter und einer Flügelspannweite bis zu fast 150 Zentimeter zählt die Mittelmeermöwe zu den Großmöwen. Im derzeitigen Brutkleide ist der Kopf wie auch Hals, Nacken und die gesamte Unterseite rein weiß. Der kräftige Schnabel ist, ebenso wie die Beine, lebhaft gelb, die Oberseite ist hellgrau. Das auffallende Auge ist von einem roten Ring umgeben, die Iris ist zitronengelb. Ihr Nahrungsspektrum ist sehr vielseitig, ihr Auftauchen bei der Nahrungssuche sorgt stets auch für große Aufregung bei den übrigen Wasservögeln am Drachensee.

Lachmöwe und Mittelmeermöwe sind also aktuell neue Brutvögel am Drachensee. Beide Arten konnten hier schon zu allen Monaten des Jahres beobachtet werden. Ab spätestens September werden fast aber alle Lachmöwen den See verlassen, und erst im nächsten Frühjahr möglicherweise wieder zur Brut schreiten. Die großen und beeindruckenden Mittelmeermöwen werden aber dem aufmerksamen Auge der Naturfreunde bestimmt weiter auffallen.
Möwen am Drachensee - ein kleiner Hauch von Meer!

 

01.06.2014

Graugänse

Derzeit führen vor allem in der Ökozone Graugänse ihre Jungen. Die größte Gänsefamilie besteht in diesem Jahr aus Elterntieren und 15 Jungtieren.

 

 


Haubentaucher

Derzeit brüten 6 Paare. In den nächsten Tage, Anfang Juni, werden die ersten jungen Taucher schlüpfen. Sie halten sich die ersten Tage auf dem Rücken im Gefieder ihrer Eltern auf und werden dort auch gefüttert.


Blässhuhn

Auch bei den Blässhühnern sind die ersten Jungen zu erwarten. Besonders auffällig und kennzeichnend sind die bunten Köpfe der jungen Rallen

 

 

Schilfrohrsänger

Die sich langsam ausbreitenden Schilfbereiche in der Naturerlebniszone (Ösbühler Bucht) sind bereits jetzt ein wichtiger Lebensraum für viele Wasservögel und Amphibien. Der seltene Schilfrohrsänger ist unter den anderen Rohrsängern durch seinen hellen Überaugenstreif leicht zu erkennen. Seinen Gesang trägt er auch im Singflug vor.


Fischadler

Noch kein Brutvogel am Drachensee, aber bis Anfang Oktober immer wieder zu beobachten.


Wasserfrosch

Vor allem im Verlandungsbereich der Ökozone sind derzeit die beeindruckenden Konzerte von Wasserfrosch und Seefrosch unüberhörbar.

 
 

 

05.12.2013

Über 220 Vogelarten hat Heribert Mühlbauer seit nunmehr bereits über 40 Jahren als LBV-Kreisvorsitzender und zugleich auch ehrenamtlicher Leiter und Begründer des LBV-Zentrums "Mensch und Natur" rund um den Drachensee brütend und rastend festgestellt. Bei der Durchsicht der am Vortag gemachten Fotoaufnahmen entdeckte er am Samstag in einem größeren Trupp von Gänsen eine neue Art, die bisher im Landkreis noch nie festgestellt wurde und eigentlich auch nicht erwartet werden konnte: die Rothalsgans. Diese Art in Bayern und Deutschland beobachten zu können, begeistert alle Ornithologen und ist ein außergewöhnlicher Glücksfall.

 

 

Die Rothalsgans gilt als weltweit bedroht. Heute wird ihr Bestand nur mehr auf 20.000 bis 40.000 Tiere geschätzt. Grund für die schrumpfenden Zahlen sind vor allem die Naturzerstörung in den wichtigen Überwinterungsgebieten sowie die Jagd in Russland. Rothalsgänse brüten auf den Flussufern Sibiriens und überwintern für gewöhnlich im südöstlichen Asien. Das Hauptüberwinterungsgebiet befindet sich an der westlichen Schwarzmeerküste. Mitteleuropa und damit auch Deutschland und Bayern liegen dafür nicht auf der Flugroute der Rothalgans. Dieses Phänomen lässt sich dadurch erklären, dass einzelne Exemplare sich auf dem Weg von Sibirien in die wärmeren Regionen der Überwinterungsgebieten anderen Gänsearten vornehmlich Ringel- und Blässgänsen, entdecken. Am Drachensee dürften es 28 Blässgänse gewesen sein, mit denen die bisher seltenste Vogelart am Drachensee schon seit nunmehr mehreren Tagen eine wichtige Ruhepause eingelegt hat. Der Nachweis einer Rothalsgans am Drachensee ist ein weiterer Beweis für seine Bedeutung als Lebensraum, besonders für viele Zugvogelarten.

 

05.06.2013

Bescheidene 4 Jahre alt ist der Further Drachensee. Für die Natur, für die Tier- und Pflanzenwelt steigt seine Bedeutung aber von Jahr zu Jahr zusehends. Insekten wie z.B. Heuschrecken und Libellen, Amphibien, Fledermäuse, Fischotter und Biber haben ihn bereits als Heimat bzw. wichtiges Nahrungsbiotiop entdeckt. Vor allem die Vielfalt der Vogelwelt ist es aber, die immer mehr Naturfreunde wie z.B. Heribert Mühlbauer zum Drachensee lockt und begeistert. Mit in diesem Jahr zwei völlig neuen Vogelarten hat er seit der Flutung des Sees rund um den Drachensee 216 verschiedene Vogelarten durchziehend oder als Brutvögel entdeckt. Vom Zwergstrandläufer bis zum Seeadler, von der Flussseschwalbe bis zum seltenen Ohrentaucher, vom Rotschenkel bis zum Kranich konnten in diesem Jahr bereits wieder viele seltene Arten beobachtet werden.
 
Die größte Überraschung war aber die erstmalige Feststellung ein Löfflers. Für Heribert Mühlbauer war es Freude pur, diese seltene Vogelart am Drachensee erstmals zu entdecken, von der es nur sehr wenige Brutpaare in Deutschland gibt. Unverwechselbar ist der Löffler vor allem durch die Größe und die Form seines Schnabels, durch sein weißes Gefieder und im Flug durch den gestreckten Hals. Der ursprüngliche Lebensraum des Löfflers sind Sümpfe und Verlandungszonen mit Schilfbestand, typische Auenlandschaften, sowie einzelne Büsche. Einen ähnlichen Lebensraum hat er sicherlich auch in der Ökozone des Drachensees erkannt, denn trotz der Zugzeit rastete er 4 Tage lang und fühlte sich dabei, vor allem aber in Gesellschaft von anderen Reihern sichtlich wohl. Der erste Nachweis eines Löfflers ist auch ein weiterer Beweis dafür, dass sich der See genau auf einer wichtigen Flugroute des Vogelzugs, dem Chambtal, befindet und dabei einen idealen Rast- und Nahrungsbiotop,  in einigen Jahren vielleicht auch Brutbiotop darstellt.
 

 
Schon alljährlich und auch heuer wieder, hielt sich eine weitere auffällige und bei uns sehr seltene Vogelart in der Ökozone des Drachensees auf: Stelzenläufer. Auch er löste unter den Vogelfreunden wieder große Begeisterung auf. Ein Pärchen hielt sich mehrere Tage rastend und nahrungssuchend vornehmlich im Flachwasserbereich des Danglesbachs auf. Stelzenläufer sind in ihrem Aussehen unverwechselbar. Charakteristisch sind die überaus langen, dünnen und rosarot gefärbten Beine. Auch der Schnabel ist ausgesprochen lang, dünn und schwarz. Das rote Auge ist ebenfalls typisch für den Stelzenläufer. Seine alljährliche Anwesenheit, im letzten Jahr waren es 12 Tage, ist ebenfalls ein Beweis für die überregionale Bedeutung des Chambtals und des Drachensees.
 

 
Vom Aussehen weniger spektakulär war die verdächtig lange Anwesenheit eines Schwarzkehlchen-Pärchens. Nur ganz wenige Naturbegeisterte werden wohl bisher diese kleine Singvogelart bei uns entdeckt haben. Ihre Erstfeststellung am Drachensee und ihr Verhalten über einen Zeitraum von 14 Tagen lässt Hoffnung aufkommen, dass man Schwarzkehlchen vielleicht nicht nur auf dem Zug, sondern auch einmal während der Brutzeit am Drachensee beobachten kann. 2 ständig wildernde Katzen waren jedenfalls die Ursache dafür, dass diese in Bayern nur regional vorkommende, seltene Vogelart plötzlich wieder verschwunden ist.
 
Freilaufende wilde Hunde waren im letzten Jahr ursächlich für den Tod von 3 Jungschwänen verantwortlich. Wohl mit ein Grund dafür, dass heuer erstmals in der Ösbühler Bucht kein Schwanenpaar brütet. Obwohl in diesem Bereich auf mehreren, unübersehbaren Schildern gebeten wird, Hunde an die Leine zu nehmen, halten sich unbelehrbare Hundebesitzer nicht daran und bringen damit auch andere, die sich vorbildlich verhalten in Misskredit.
Störungen durch Hunde führen oft zur Aufgabe der Brut von Tauchern, Rallen, Wiesenbrütern oder eben von Schwänen.
 
Dabei ist es in den vergangenen Tag sowieso zu einer schlimmen Katastrophe für Wiesenbrüter wie den Kiebitz oder Wasservögel wie den Haubentaucher gekommen. Die schweren Regenfälle am Wochenende im Hohenbogenwinkel, verbunden mit dem Aufstauen des Sees haben fast alle Gelege der Höckerschwäne, Haubentaucher, Bless- und Teichhühner, Nilgänse, teilweise der auch noch brütenden Graugänse, Stockenten, Reiherenten und weiterer Arten weggeschwemmt. Möglicherweise wird es noch einige Nachgelege geben, aber die kaum begonnene Brutzeit ist für die meisten betroffenen Brutpaare beendet. Abgesehen von den schon am Ende April geschlüpften Jungen vor allem von Stockenten und auch Graugänsen wird es heuer wohl schwer sein Jungtiere von Wasservögeln und Wiesenbrütern am Drachensee zu beobachten.

 

 

 

31.07.2011

 Die Entwicklung der Ökozone und der Naturerlebniszone am Drachensee begeistert weiterhin und immer mehr Gäste und Einheimische. Mit dem von der Gemeinde Eschlkam errichteten Aussichtsturm hat man nun auch einen fantastischen Überblick vor allem über die Ökozone mit ihrer Vielzahl an Inseln und Biotopen. Dabei ist die Brutzeit unserer heimischen Vogelwelt und speziell auch der meisten Wasservögel am Drachensee bereits wieder vorbei. Für den aufmerksamen Naturbeobachter sind es aber insbesondere noch einige Haubentaucherpaare die noch unübersehbar auf ihren Gelegen sitzen.
Zu den besonderen Überraschungen und Raritäten der Brutzeit 2011 zählen bisher 2 flügge gewordene Rotschenkel. Diese gehören in Bayern zu den größten Raritäten unter den Wiesenbrütern. Und es besteht Hoffnung dass sie im nächsten Jahr, bei entsprechenden Schutzmaßnahmen, wieder brüten.
Besondere Aufmerksamkeit hat auch ein Nilganspärchen erregt. Die 5 geschlüßften jungen Gänseküken haben alle überlebt und gedeihen prächtig. Sie sind von den Beobachtungsstationen in der Ökozone aus, vornehmlich auf den Inseln, gut zu Beobachten. Daneben haben aber auch Arten wie z.B. Rohrweihe, Wiesenweihe, Wasserralle, Wachtelkönig, Schafstelze, Flußregenpfeifer in diesem Jahr wieder den Bereich des Drachensees als Brutgebiet auserwählt.

Derzeit beginnt aber bereits wieder der Vogelzug, der am Drachensee immer mehr Arten und ornithologische Kostbarkeiten vorweisen kann. Dabei sind auch schon wieder Fischadler in der Ökozone zu beobachten, die bereits im letzten Jahr für Begeisterung bei den Besuchern sorgten.
In diesem Zusammenhang sollen heute wieder 2 Vogelarten vorgestellt werden, die für den Drachensee als Ziel für kleine und große Naturbeobachter werben.

Purpurreiher:
Der Purpurreiher ist in Deutschland und Bayern nur ein sehr seltener Brutvogel und auch auf dem Zug nur schwer zu beobachten. Am Drachensee ist er nun schon seit der Flutung im 3. Jahr zwischen Juni und September und auch derzeit vornehmlich im Verlandungsbereich der Ökozone zu entdecken. Aber es braucht schon etwas Glück und Geduld, um diesen scheuen und seltenen Vogel beobachten zu können.
Etwas kleiner und schlanker als unser heimischer Graureiher ist er als "farbigster" Reiher sehr unauffällig, weil er im Schilf und in den dichten Verlandungsbereichen bestens getarnt ist. Als Pirsch- und Ansitzjäger meidet er im Gegensatz zum Graureiher offene Stellen der Gewässer. Der Gesamteindruck der Färbung ist bräunlich, der purpurfarbene Anflug auf der Oberseite der Altvögel ist nur aus nächster Nähe zu erkennen.  Der rotbraun gefärbte Hals mit den dunklen Längsstreifen ist dabei aber immer ein gutes Erkennungszeichen. Bei den bräunlich gefärbten Jungvögeln kann es mehrere Jahre dauern, bis  sie das prächtige Federnkleid der Eltern schmückt.

 


Stelzenläufer:
Erstmals und mit Begeisterung konnten Natur- und Vogelfreunde im Verlandungsbereich der Ökozone eine neue Vogelart entdecken, die bei uns nicht nur sehr selten sondern auch sehr attraktiv ist. 3 Exemplare des Stelzenläufers hielten sich mehrer Tage nahrungssuchend und rastend am Drachensee auf. Sie wirken im Aussehen äußerst grazil und zählen zu den Watvögeln. Unverwechselbar und charakteristisch sind die überaus langen, dünnen Beine, die eine rosarote Färbung aufweisen. Auch der Schnabel ist ausgesprochen lang, dünn und schwarz.  Mit ihm stochert er im Schlamm nach Nahrung, hauptsächlich kleine Wassertiere, Insekten und andere Wirbeltiere. Auch das rote Auge ist typisch für den Stelzenläufer. Männchen und Weibchen lassen sich vor allem im Brutkleid gut unterscheiden. Die Männchen zeigen sich dabei mit schwarzem Ober- und Hinterkopf, die Weibchen meist mit reinweißen Kopf. Mit ihrer erstmaligen Anwesenheit und Beobachtung hat es sich bestätigt, dass der Drachensee als Nahrungsbiotop und Rastplatz schon heute von überregionaler Bedeutung für den Vogelzug.

 

02.07.2011

 Eine der wohl auffälligsten und bekanntesten Vogelarten nicht nur am Drachensee ist der Höckerschwan. In diesem Jahr haben wieder, wie im Vorjahr, 3 Brutpaare den See unter sich aufgeteilt. Jeweils 1 Paar brütete in der Ösbühler Bucht, im Bereich des Danglesbaches sowie im Verlandungsbereich der Ökozone. Nachdem im letzten Jahr nur insgesamt 2 Jungvögel flügge wurden und einer davon noch dazu abgeschossen wurde, schaut es diesmal etwas günstiger für den Schwanennachwuchs aus.
Das Paar in der Ösbühler Bucht hatte im letzten Jahr kein Glück mit seinem Nachwuchs. Hochwasserbedingt und weil es ständigen Störungen durch Hund und Menschen ausgesetzt war kam es nicht zum Schlüpfen von Jungschwänen. In diesem Jahr bauten die majestetisch wirkenden Vögel ihr Nest an einer etwas erhöhten und geschützteren Stelle so das am 15. Mai erstmals 5 junge Schwanenküken aus dem ursprünglich 6 Eiern schlüpften. Derzeit ist, zur Freude vieler Drachenseebesucher, der Grundseebereich ihr ständiger Aufenthaltsort und Nahrungsbiotop.


Etwas später, am 6. Juni konnte auch das Schwanenpaar in der Danglesbachbucht einen Bruterfolg vorweisen. 3 Jungtiere darunter auch ein weiß gefärbtes Exemplar, waren das Ergebnis einer sicheren Inselbrut. Da sich das Schwanenpaar mit seinen Jungen anfangs mehr in Nestnähe und im unmittelbaren Bereich der Beobachtungsstation aufhielten konnten sie zur Freude vieler Naturliebhaber aus nächster Nähe gut beobachtet werden. Diese Freude wurde aber getrübt,  als in der Nacht zum 16. Juni die beiden grau gefärbten Jungschwäne plötzlich verschwanden. Derzeit führt das Schwanenpaar daher nur noch das verbliebene, weiß gefärbte Junge.


Ebenfalls auf einer Insel im Verlandungsbereich der Ökozone brütete das 3. Schwanenpaar. Nur wenige Tage später schlüpften aus einem 5er Gelege schließlich 4 Küken. Auch sie nutzen derzeit die gesamte Ökozone als Nahrungsbiotop. Vor allem im flachen Uferbereich der Inseln lernen die jungen Schwäne von ihren Eltern das selbständige Suchen nach Nahrung, sie werden aber größtenteils von ihnen noch gefütter.
Insgesamt 10 flauschige Jungschwäne bevölkern derzeit also den Drachensee. Sie werden dabei von den Altvögel aufmerksam beschützt und sollten gute Chancen haben, flügge zu werden. Dabei ergeht wieder der Aufruf an alle echten Naturfreunde jedes Füttern vermeiden und mit Freude die weitere Entwicklung dieser eindrucksvollen und unverwechselbaren Vögel zu verfolgen. Die besonders aufmerksamen Väter der 3 Schwanenfamilien sind übrigens am größeren schwarzen Höcker über dem orangefarbenen Schnabel zu erkennen.
 

 

 

03.06.2011

Die in der Ökozone errichteten Beobachtungsstationen bereiten derzeit neben der Ösbühler Bucht allen Naturfreunden ideale Möglichkeiten die Vielfalt der Natur hautnah zu erleben. Auffallend ist und war der in diesem Frühjahr bis jetzt stattfindende Durchzug von verschiedensten Arten von Watvögeln, vom Zwergstrandläufer bis zum Großen Brachvogel. Ebenso auffallend zeigte sich der Durchzug von Seeschwalben wie Fluss-, Trauer-, Weißwangen-, Weißbart-, oder Raubseeschwalben. Auch die verschiedenen Gänsearten wie z.B. Nil-, Rost-, Brand-, Streifen-, oder heuer erstmals auch Weißwangengänse sorgten für Aufregung unter der ständig wachsenden Zahl von Vogelbeobachtern. Als große Rarität konnte erstmalig ein Ohrentaucher im Prachtkleid beobachtet werden.

Für viele Gäste und Besucher am Drachensee sind derzeit aber die 5 frisch geschlüpften Jungschwäne des Ösbühler Schwanenpaares eine besondere Attraktion. In der Ökozone sitzen derweilen noch weitere 2 Paare in ihren Nestern. In diesem Zusammenhang bitten verantwortliche Naturschützer eindringlich darum die Schwäne bzw. die anderen Wasservögel nicht zu füttern, denn sie sollen Wildvögel bleiben und später nicht zu Problemvögeln werden. Neben den Jungschwänen führen aber auch schon etliche Entenweibchen, Blesshühner und Graugänse ihre Jungen, in den nächsten Tagen und Wochen werden es aber auch andere Arten wie z.B. die Haubentaucher sein. Weniger im Wasser als im Verlandungs- und Wiesenbereich des Drachensees sind derzeit bereits auch viele junge Kiebitze unterwegs. Man sieht sie kaum, nur die aufgeregten Alarmrufe und Sturzflüge ihrer Elterntiere verraten ihre Anwesenheit und fordern zum Weitergehen auf.

Es sollen aber auch diesmal wieder zwei Vogelarten vorgestellt werden, die bei genauem Hinsehen und etwas Geduld am Drachensee beobachtet werden können:

Grünfüßiges Teichhuhn, Gallinula chloropus

 


Das Grünfüßige Teichhuhn, auch Teichralle genannt, ist Brutvogel in der Ösbühler Bucht und in der Ökozone. Es ist etwas kleiner als das verwandte Blesshuhn, seine Lebensweise ist aber viel versteckter und heimlicher. Nur ungern hält es sich auf der offenen Wasserfläche auf, sein Lebensraum ist der Verlandungsbereich. Durch unverwechselbare Kennzeichen sind besonders die Altvögel leicht zu bestimmen. Die rote Stirnplatte, der rote Schnabel mit der gelben Schnabelspitze, sowie die roten Augen sind typisch. Auch die weißgestreiften Flanken, die schiefergraue Unterseite und die auffallend weißen Unterschwanzdecken helfen bei einer sicheren Bestimmung. Beim Schwimmen und auch beim Laufen kennzeichnend ist das ständige Wippen der gestelzt getragenen Schwanzfedern und das rhythmische Nicken des Kopfes. Die schon in der nächsten Zeit zu erwartenden Küken besitzen ein schwarzes Dunenkleid, eine rote Stirnplatte sowie einen leuchtend blauen Streifen über den Augen. Die Teichralle ist ein Allesfresser und ernährt sich vornehmlich von Pflanzen, Insekten, Schnecken und verschiedensten anderen Wassertieren.

Löffelente, Anas clypeata

 


Die Löffelente ist in Bayern ein sehr seltener Brutvogel. Am Drachensee konnte sie bisher vor allem auf dem Frühjahrszug beobachtet werden, aber die sich entwickelnden Verlandungsbereiche in der Ökozone und in der Ösbühler Bucht könnten durchaus auch als Brutgebiet interessant werden. Etwas kleiner als die Stockente fällt vor allem der Erpel im jetzigen Brutkleid jedem Naturbeobachter auf. Markantes Merkmal ist der namengebende, löffelartige Schnabel, der eine Länge von 7cm erreicht. Der flaschengrüne Hals, der weiße Kropf und die besonders die rostbraunen Flanken sind weitere typische und unverwechselbare Kennzeichen dieser farblich prächtigen Entenart. Wie bei Entenvögeln üblich ist das Weibchen unauffällig bräunlich gefärbt, besitzt aber auch den löffelartigen, langen Schnabel.
Für ein erfolgreiches Brüten der Löffelente am Drachensee ist neben der weiteren Entwicklung des passenden Lebensraumes vor allem auch ein verantwortungsbewußtes Verhalten der Besucher und Gäste notwendig. Wer die aufgestellten Schilder beachtet, seinen Hund in den Schutzbereichen an der Leine führt und auf den Wegen bleibt, ermöglicht nicht nur sich selbst einen außergewöhnlichen Naturgenuß

 

 

 15. April 2011


Die Ösbühler Bucht, auch als Naturerlebniszone bezeichnet, ist durch 2 vorgelagerte Inseln gekennzeichnet. Sie liegt am Drachensee-Runderwanderweg und beginnt gleich nach der Seequerung. Sie wurde bewusst angelegt und gestaltet um einerseits der Tier- und Pflanzenwelt neue Lebensräume für verschwundene Biotope zu bieten, andererseits Einheimischen und Gästen unmittelbare Naturbeobachtung zu ermöglichen.
Dies ist hier derzeit gut möglich wie die hohe Anzahl von verschiedensten Wasservögeln beweist. Für eine genauere Bestimmung ist aber trotzdem immer ein Fernglas von großem Vorteil. Besonders wichtig ist aber, wie auch in der Ökozone das Verbleiben auf den Wegen, genauso wie das Anleinen der Hunde. Aufgestellte Infotafeln weisen jeden Besucher darauf hin. Auch für verantwortungsbewusste Wassersportler sollte ein gebührendes Abstandhalten eine Selbstverständlichkeit sein, um hier Naturerleben für alle zu ermöglichen, wodurch sich der Drachensee schon heute von fast allen Gewässern der Region und weit darüber hinaus unterscheidet.
 
Schnatterente Anas Strepera
 

 
Die Schnatterente, etwas kleiner als eine Stockente, zählt in Bayern zu den seltenen und gefährdeten Entenarten. Am Drachensee hat sie bisher noch nicht gebrütet, aber sie hat heuer mit weit über 100 Exemplaren auf dem Durchzug ein neues Maximum erreicht. Derzeit kann man sie vornehmlich in den Verlandungsbereichen der Ökozone aber auch in der Ösbühler Bucht vorzugsweise verpaart beobachten. Der grau wirkende Erpel ist dabei relativ leicht zu bestimmen, denn er weist jetzt im Brutkleid einige typische Kennzeichen auf. Der Schnabel ist auffallend dunkelgrau bis schwarz gefärbt. Brust, Oberseiten und Flanken sind ebenfalls dunkel gebändert. Ein fast unverwechselbares Merkmal ist das schwarze "Heck" des Erpels. Das Weibchen wirkt wie eine kleine Stockente, der oft sichtbar weiße Flügelspiegel sowie der etwas kleinere Kopf und kürzere Schnabel sind kennzeichnend. Bei beiden Geschlechtern erleichtern im Flug der von der dunklen Brust scharf abgesetzte weiße Bauch und der weiße Flügelspiegel die Bestimmung.
 
Krickente Anas Crecca
 

 
Die Krickente ist unsere kleinste einheimische Schwimmente, ja sie gilt auch als kleinste Entenart Mitteleuropas. Am Drachensee konnte man in diesem Frühjahr zeitweise bis über 120 Exemplare meist in artreinen Trupps beobachten. Vor allem die Verlandungsbereiche in der Ökozone aber auch in der Ösbühler Bucht waren und sind die bevorzugten Nahrungsbiotope. Besonders der Erpel ist leicht an einigen typischen Merkmalen zu erkennen. Er hat einen leuchtend kastanienbraunen Kopf, die hellgraue Rückenfärbung ist durch ein weißes Längsband unterbrochen. Besonders auffallend zieht sich beidseits vom Auge ein breiter, glänzend grüner Streifen, der bis in den Nacken reicht und von einem cremeweißen Rand eingefasst ist. Unverwechselbar bei der Bestimmung sind auch die gelben Dreiecke am schwarz gefiederten Hinterteil.
Die Weibchen sind dagegen unauffällig braun gefärbt. Beide Geschlechter sind besonders im Flug an ihrem grünen Flügelspiegel zu erkennen.
Der typische Balzruf des Erpels, ein helles "Krrrik" oder "Krilück" ist derzeit immer noch zu hören.
 
Es ist möglich, dass sowohl die Schnatterente, als auch die in Bayern als stark gefährdet geltende Krickente 2011 erstmals brüten. Den vielen aufmerksamen Naturbeobachtern am Drachensee wird es sicher nicht verborgen bleiben.

 

 25. März 2011

 

Frühling am Drachensee!

Schon seit fast 2 Wochen übt der Drachensee wieder eine magische Anziehungskraft auf die Vogelwelt aus. Absoluter Höhepunkt bisher waren rund 40 Kraniche, die vor einigen Tagen erstmals die Inseln des Sees als Rastbiotop nutzten. Aber auch Brutvögel des letzten Jahres sind bereits wieder in ihren Revieren eingetroffen wie z.B. Haubentaucher, Zwergtaucher, Blesshühner, Graugänse oder Höckerschwäne. Auch Rohrammern, Bach- und Gebirgsstelzen gehören derzeit schon wieder zum Erscheinungsbild des Drachensees. Gute Beobachtungsmöglichkeiten gibt es am Drachensee schon seit einiger Zeit auch für Entenarten wie Tafelenten, Reiherenten, Krickenten, Schnatterenten, Pfeifenten oder Spießenten. Wichtig ist es nun, dass alle Besucher und Naturfreunde sich in der Ösbühler Bucht verantwortungsbewusst verhalten und insbesondere Hundebesitzer in diesen Bereichen Hunde an die Leine nehmen und selbst vom Ufer fernbleiben. Dasselbe gilt für den gesamten Wiesenbrüterbereich in Richtung Eschlkam, wo immer noch, trotz Hinweisschilder, Leute das Gelände durchqueren und dabei rücksichtslos ihre Hunde laufen lassen. Der einzige Weg durch das Wiesengelände ist der neu angelegte Weg bei der Kläranlage Eschlkam.

Heute sollen nun im Rahmen der Vorstellung der Vogelwelt am und rund um den Drachensee die 23. und 24. Art vorgestellt werden.


Fischadler - Pandion Haliaetus


Er hat schon im letzten Jahr  für Aufregung und grosses Interesse bei Gästen und Naturfreunden gesorgt. Von Juni bis Oktober waren meist mehrere Exemplare am Drachensee anwesend und konnten dabei ausgiebig beobachtet werden. Er ist kaum mit einem anderen Greifvogel zu verwechseln. Seine Oberseite ist dunkelbraun, das weiß seines Kopfes ist typisch. Durch das Auge zieht sich ein schmaler schwarzer Streifen. Die Unterseite ist auffallend weiß mit einem bräunlichen Brustband. Wie der Name aussagt ernährt sich der Fischadler fast ausschließlich von Fischen. Typisch beim Fang ist meist das auffallende "Rütteln", bevor er zum Sturzflug ansetzt. Sein Flug mit angewinkelten Flügeln erinnert ansonsten sehr an eine Möwe.
Fischadler sind Zugvögel und kommen Ende März und vornehmlich im April aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurück. Am Drachensee konnte bereits am 20. März der erste Durchzügler beobachtet werden.

Nilgans - Alopochen Aegyptiacus


Eine weitere auffallende Wasservogelart am Drachensee sind derzeit Nilgänse. Die Nilgans ist ursprünglich ein Brutvogel des afrikanischen Kontinents und war schon bei den alten Ägyptern, Griechen und Römern als Parkvogel bekannt. In Europa wird sie seit dem 18. Jahrhundert vor allem in Zoo's gehalten und gezüchtet. Verwilderte Gefangenschaftsflüchtlinge führten dann zu regionalen Vorkommen. In Bayern ist sie ein sehr seltener Brutvogel. Nilgänse sind leicht vor allem durch ihren dunklen Augenfleck und auch durch einen dunklen Brustfleck zu bestimmen. Auch der rötliche Schnabel erleichtert die Bestimmung. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Im Flug auffallend ist ein großes weißes Feld im Armflügel.  Am Drachensee ist nun schon seit mehreren Tagen ständig ein Pärchen zu beobachten dass sich sehr zugetan zu sein scheint und sich vor allem in der Ökozone, aber auch in der Ösbühler Bucht zeigt. Möglicherweise kann sogar mit einem Brüten gerechnet werden. Für die inzwischen immer mehr werdenden Naturfreunde am Drachensee sind sie bis dahin auf jeden Fall ein weiterer Farbtupfer einer vielfältigen und faszinierenden Vogelwelt.

 

 
21. Februar 2011

 

Ein neues Jahr hat begonnen und damit auch ein neues Kapitel Drachenseegeschnatter.

Winterliche Ruhe herrschte im Dezember rund um den Drachensee und ließ die meisten Wasservögel abwandern. Das dann im Januar auftretende Hochwasser änderte schlagartig die Situation. Überflutete Wiesenbereiche und das Verschwinden der Schneedecke im Umfeld des Sees lockten zeitweise weit über 1500 Wasservögel und auch andere Vogelarten zum Drachensee. Nachweise im Januar für Haubentaucher, Schnatterenten, Krickenten, Schellenten ... waren erstmalig im Drachensee. Aber auch Arten wie Sturmmöwen, Mittelmeer- und Silbermöwen konnten erstmals im Januar beobachtet werden. Große Freude bei den Naturfreunden lösten 3 Singschwäne und besonders 2 Zwergschwäne aus, die erstmals überhaupt beobachtet werden konnten. Freuden bereitete den Vogelbeobachtern auch die Anwesenheit eines Rauhfußbussards, eines Merlins und eines Raubwürgers aus. Erstmals überwinterte auch wieder eine Kette von Rebhühnern. Der erste Kiebitz konnte heuer übrigens bereits am 7. Februar beobachtet werden.


Gänsesäger

Derzeit sind die Wasserflächen in der Ökozone, im Bereich des Danglesbaches und größtenteils in der Ösbühler Bucht offen. Hier kann man eine Vogelart beobachten, die als Wintergast den Drachensee schon im letzten Jahr entdeckt hat, den Gänsesäger. Seinen Namen trägt er  zum einen, weil seine Körpergröße zwischen der einer Ente und einer Gans liegt. Zum anderen hat er bei beiden Geschlechtern einen roten, schmalen, sägeartig gezähnten Schnabel mit einem scharf gebogenen Nagel an der Spitze. Damit ist er hervorragend für den Fischfang, seine Hauptnahrungsquelle ausgestattet.
Männchen und Weibchen sind übrigens sehr unterschiedlich gefärbt. Im Prachtkleid, wie derzeit, wirkt das Männchen überwiegend weiß. Kopf und Hals sind aber grünlich schillernd schwarz, auch der Rücken ist schwarz. Die Weibchen sind überwiegend grau gefärbt. Kopf und oberer Abschnitt des Halses sind rotbraun. Die Färbung des Kopfes grenzt sich scharf gegen die weiße Kehle ab. Auffallend sind auch die langen gespreizten Hinterkopffedern.

In Bayern gelten Gänsesäger als selten und gefährdet. Bei den derzeitigen Gästen am Drachensee dürfte es sich fast ausschließlich um Wintergäste aus dem Hohen Norden, aus Skandinavien handeln, die bereits Ende Februar und vornehmlich im März wieder in ihre Brutgebiete zurückfliegen. Bis dahin können sie von allen Naturfreunden mit einem Fernglas am Drachensee gut beobachtet werden.

 
 
30. November 2010

 

Eine große Vielfalt und Anzahl, vornehmlich von Wasservögeln hat das Gebiet des Drachensees zwischen Furth im Wald und Eschlkam als Rastgebiet während des herbstlichen Vogelzugs schon wieder verlassen. Ende Oktober waren es manchmal weit über tausend Wasservögel verschiedenster Art, die den Drachensee mehr oder weniger lang zum "Auftanken" nutzen. Stockenten aber auch z.B. Krickenten, Schnatterenten, Löffelenten, Tafelenten, Reiherenten, viele Haubentaucher, Zwergtaucher, Schwarzhalstaucher, Zwergmöwen, Sturmmöwen ... und auch bereits Rauhfußbussarde konnten von interessierten Naturfreunden beobachtet werden. Derzeit ist es aber wieder ein Seeadler, der wie im Vorjahr unter der vorhandenen Vogelwelt allein schon durch seine Anwesenheit für Aufregung sorgt. Aktuell sollen heute aber 2 Arten vorgestellt werden, die bereits im letzten Jahr im Frühjahr und Herbst festgestellt werden konnten.


Schellente, Bucephala clangula
Die Schellente ist eine Tauchente, sie ist in Bayern als Brutvogel sehr selten und gilt als stark gefährdet. Überaus erfreulich dabei, dass im letzen Jahr ein Schellentenpärchen im Landkreis Cham auf einer Eigentumsfläche des LBV erfolgreich gebrütet hat. Ansonsten kann man sie am Drachensee nur während der Zugzeit gut und oft längere Zeit beobachten. Hier nutzt sie in kleinen Trupps sowohl den Grundsee als auch die Ökozone zur Nahrungssuche.
Das Männchen ist mit seinem typischen auffallend schwarz-weißen Gefieder dem großen kantigen Kopf und vor allem mit dem weißen runden Fleck zwischen Auge und Schnabel leicht zu bestimmen. Außerdem fallen auch das gelbe Auge und der dunkle kräftige Schnabel auf. Das Weibchen dagegen wirkt insgesamt grau und besitzt einen braunen Kopf ohne weißen Fleck. Unverwechselbar wird es durch ein weißes Halsband.
Die Schellente ist ein Höhlenbrüter. Sie zieht ihre Jungen gern in Schwarzspechthöhlen groß, sie nutzt aber auch angebrachte Nistkästen.
Ihren Namen hat die Schellente übrigens durch das "klingende" Fluggeräusch der fliegenden Männchen. Der Drachensee mit seiner Umgebung ist als Brutgebiet für diese in Bayern so überaus seltene Entenart einmal durchaus denkbar.
 
 

  Schellente, Bucephala clangula

 

 
Singschwan, Cygnus cygnus
Der Singschwang gehörte zu den ersten Gästen des Drachensees nach seiner Flutung im März 2009. Mit seinem schneeweißen Gefieder und seinen melancholischen Rufen ist er ein Sinnbild für die Vogelwelt des Nordens von Island über Skandinavien bis nach Sibirien. Nur einige wenige Brutpaare gibt es in Deutschland. In Bayern ist er nur Wintergast. Mit einer Körperlänge von bis zu 150cm, einer Flügelspannweite von etwa 2 Meter ist er etwas kleiner als unser heimischer Höckerschwan. Der auffälligste Unterschied ist jedoch der schwarz-gelbe Schnabel, bei den Höckerschwänen ist dieser orange-rot und besitzt einen dunklen Höcker. Abgesehen von der Schnabelfarbe lassen sich Höcker und Singschwäne oft auch an der Haltung des Halses voneinander unterscheiden. Während Höckerschwäne ihren Hals bereits bogenförmig gekrümmt halten, tragen ihn die Singschwäne gerade und hochgereckt. Junge Singsschwäne habe ein braun-graues Federkleid und einen fleischfarbenen Schnabel mit dunkler Spitze. Verwechseln kann man ihn  eigentlich nur mit dem Zwergschwan, der aber nur etwa gänsegroß ist. Richtig überwintern auf den Drachenseee können die Singschwäne nicht, da dieser bei strengeren Winter zufriert. Das Erlebnis, einmal einen so seltenen Wintergast bei uns zu beobachten, sollte es wert sein, Schwäne im Winter und Frühjahr am Drachensee etwas genauer zu betrachten.

 

 

 Singschwan, Cygnus cygnus

 
 
 
02. November 2010
 
Im Rahmen des Vogelzugs am Drachensee, fällt derzeit eine Vogelart besonders auf, da sie auch in größerer Anzahl zu beobachten ist. Es sind Kormorane, die den Drachensee und seine Umgebung als Rastbiotop nutzen und auch im Grundseebereich beim Rundwanderweg von jedermann entdeckt werden können. Dies ist nicht überraschend neu, denn der Bereich der Ökozone wird von Kormoranen schon seit mehreren Jahren als Schlafplatz in den Wintermonaten genutzt. Ab April - September sind dann nur mehr ein paar wenige Exemplare am Drachensee anwesend. Der Kormoran als Vogel des Jahres 2010 hat schon mancherorts als Fischfresser für große Aufregung gesorgt. Vornehmlich an Teichanlagen, die hauptberuflich betrieben werden, sorgte und sorgt er für oft lebhafte Diskussionen. Am Drachensee, größtenteils in der Fürsorge des Freistaats Bayern, sollte es gerade im Jahr der Biodiversität möglich sein, eine Lösung zu finden, die auch dem Kormoran ein ungestörtes Dasein ermöglicht. Ein finanzielles Entgegenkommen des Staates gegenüber künftigen Fischereiberechtigten wäre eine beispielhafte, natur- und menschdienende Möglichkeit. Im übrigen verfolgt der allergrößte Teil der Drachenseebesucher das Verhalten der Kormorane mit großem Interesse. Es macht auch Freude, diese Vogelart, die bei uns noch kein Brutvogel ist, zu beobachten.
 
 
 
 
Verwechseln mit anderen Vogelarten kann man die Kormorane nicht. Mit einer Größe von 80 - 100 cm und einem Gewicht von bis zu 3000g, die Weibchen sind etwas kleiner, gehört er zu den größeren Wasservögeln. Das Gefieder des Kormorans ist überwiegend schwarz und glänzt mettallisch grün. Der Kopfbereich wirkt im Prachtkleid fast bunt mit türkisfarbenen Augen. Jungvögel sind an ihrem braunen Gefieder zu erkennen, besonders auf der Unterseite sind sie auch auffallend weißlich.
 
 
 
 
Ein besonders typisches Verhalten der Kormorane ist das Trocknen der Flügel. Das Gefieder ist nämlich nicht ganz wasserdicht und nässt schnell durch. An einem passenden Ruheplatz breitet er deshalb charakteristisch seine Flügel aus und lässt sie von Wind und Sonne trocknen.
 
Kormorane fressen fast ausschließlich Fische und fangen bevorzugt Beute, die sie ohne großen Aufwand erbeuten können. Im Drachensee sind es hauptsächlich Weißfische, die häufig sind und auch für Angler weniger Bedeutung besitzen. Als Brutplatz fehlen dem Drachensee entsprechende Bäume, auf denen die Kormorane im mehr oder weniger großen Kolonien ihre Nester bauen.
 
 

 

Die in den letzten Wochen am Drachensee angelegten neuen Beobachtungsstationen bieten dem interessierten Naturfreund übrigens beste Möglichkeiten, um diese vielen noch ungewohnte Vogelart auf den Inseln oder auf den Schlafplätzen zu entdecken und zu beobachten.
 
 
18.10.2010
 
Vorbemerkung: Der Drachensee war und ist seit einigen Wochen Durchzugs- und Rastgebiet für viele Vogelarten, die bisher nicht oder nur sehr selten bei uns beobachtet werden konnten. Besonders die seltenen Fischadler waren bei vielen Exkursionen, die unter Leitung des LBV-Kreisvorsitzenden am Drachensee durchgeführt wurden, haben besondere Aufmerksamkeit erregt. Mehrere Wochen waren sie anwesend, am Tag des Vogelzugs, am 3. Oktober, haben sie den Drachensee in Richtung Süden verlassen. Derzeit sind es nun Saatkrähen, aus Osteuropa, die rund um den Drachensee zusammen mit Dohlen in großen Schwärem rastend und nahrungssuchend beobachtet werden können. An ihrem hellen Schnabelfirst sind sie leicht von den heimischen Rabenkrähen mit dunklen Schnäbeln zu unterscheiden.

Im Rahmen des Projekts Drachenseegeschnatter sollen heute aber 2 weitere regelmäßig vorkommende Wasservogelarten vorgestellt werden.
  
Die Tafelente, Aythya verina, gehört zu den sogenannten Tauchenten. Männchen und Weibchen unterscheiden sich besonders im Prachktleid deutlich voneinander. Das Männchen, der Erpel, hat einen rotbraunen Kopf, eine schwarze Brust, einen silberfarbenen Rumpf, rote Augen und ist dadurch eigentlich unverwechselbar. Das Weibchen wirkt insgesamt unscheinbar graubraun mit hellem Fleck am Schnabelgrund. Nahrungssuchend können Tafelenten am Drachensee mehr auf der offenen Wasserfläche vor allem in der Ökozone beobachet werden. Das Nahrungsspektrum ist groß, und besteht sowohl aus pflanzlichen als auch tierischen Anteilen. Am Drachensee können Tafelenten wie auch derzeit, häufig in größeren Trupps zusammen mit Reiherenten beobachet werden. Nachdem bereits 2009 einige Exemplare übersommert haben, wurden 2010 2 Brutplätze wegen menschlicher Störung aufgegeben. Für das kommende Jahr lässt sich vielleicht das erste erfolgreiche Brüten erwarten.
 
 
Tafelente
 
Tafelente, Aythya verina


Der Zwergtaucher, Tachybaptus ruficollis, ist den meisten, vor allem älteren Naturfreunden bei uns mehr als "Duckanterl" (Duckentchen) bekannt. Er war schon immer ein Bewohner der Chamb und hier vor allem auch als Wintergast in kleinen Trupps festzustellen. Er ist der kleinste unserer heimischen Taucher und hat 2010 den Drachensee erstmals als Brutgebiet entdeckt. Noch fehlen hier aber für mehr Brutpaare größere, lockere Röhrichtbestände oder dichtbewachsene Ufersäume.
Zur Brutzeit zeigen beide Altvögel eine typisch rostbraune Kehl- und Halsfärbung sowie einen hellgelben Fleck an der Schnabelwurzel. An seinem "hohen Heck" mit den aufgeplusterten Federn ist er auch im Winterkleid leicht zu erkennen. Das derzeitige Schlichtkleid weist eine überwiegend bräunliche Färbung auf, der Schnabel ist auffallend kurz.
Zwergtaucher sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher, dabei sind Tauchzeiten von 20-40 Sekunden die Regel. Seine Nahrung besteht überwiegend aus verschiedensten Wassertierarten, bevorzugt auch aus kleinen Fischchen. Der Zwergtaucher ist insgesamt schon ein fester Bestandteil der Vogelfauna am Drachensee.
 
 
 
Zwergtaucher, Tachybaptus ruficollis

 

28.09.2010

 

Schwarzstorch, Ciconia nigra
 


Unübersehbar ist derzeit der Vogelzug am Drachensee. Besonders Schwarzstörche waren es, die bis Anfang September in größerer Anzahl im Familienverband und derzeit immer noch als Einzelexemplare viele Naturbeobachter erfreuen. Seit Anfang Juni sind Schwarzstörche im Wiesenbrüterbereich, entlang der Chamb oder in der Tümpelzone regelmäßig bei der Nahrungssuche zu beobachten. Schwarzstörche sind eigentlich scheue Waldbewohner und eine Indikatorart für ökologisch wertvolle Wälder. Naturnahe Bach und Flussläufe und nahrungsreiche Feuchtgebiete innerhalb ihres Brutgebiets sind Vorausetzung für ein erfolgreiches Brüten und eine geglückte Jungenaufzucht. Feuchte Wiesenbereiche werden besonders während der Zugzeit aufgesucht.
Zu verwechseln mit dem Weißstorch oder mit Reihern ist der Schwarzstorch nicht. Etwas kleiner als der Weißstorch hat er ein überwiegend schwarzes Gefieder mit metallischem Grün- oder Purpurschimmer. Nur Brust, Bauch und Unterschwanzdecken sind weiß. Beine und Schnabel sind rot, der weiße Bauch beim Flugbild unverwechselbar. Jungvögel sind mehr bräunlich gefärbt, Schnabel und Beinen fehlt noch das auffallende Rot. Waldgebiete im näheren und weiteren Bereich des Drachensees bieten noch Überlebensmöglichkeiten für diese seltene und sehr störungsempfindliche Vogelart. 

 

 

Stockente

Stockente, Anas platyrhyncho

 

 

Die Stockente ist derzeit die mit Abstand häufigste Entenart am Drachensee. Sie hat den See auch bereits als Gewässer für den Gefiederwechsel, als Mausergebiet, entdeckt. Rund 10 Brutpaare haben in diesem Jahr erfolgreich gebrütet. Als größte unserer heimschen "Gründelenten" hält sie sich, im Gegensatz zu den Tauchenten zur Nahrungssuche vornehmlich in Ufer und Verlandungsbereich auf.
Derzeit wechseln die Männchen wieder in ihr unverwechselbares Prachtkleid. Der flaschengrüne Kopf, der weiße Halsring und der dunkelbraune Kropf sowie der überwiegend graue Körper sind wesentliche Erkennungsmerkmale. Im Ruhekleid von Juni - September ähneln sie den überwiegend braunen Weibchen und unterscheiden sich dabei in erster Linie durch die grünlich-gelbe Schnabelfarbe. Beiden gemeinsam ist der blaue Flügelspiegel. Unterscheidbar sind Männchen und Weibchen auch noch durch ihre Stimme. Während die Männchen gedämpft "rähb, rähb..." rufen, quaken die Weibchen laut "waak, waak...". Damit Stockenten, aber auch Höckerschwäne und Blesshühner am Drachensee Wildvögel bleiben, sollte man sie keinesfalls füttern, denn sie finden derzeit genügend natürliche und auch gesündere Nahrung  
 
 

06.09.2010

Der Graureiher , Ardea cinera, wird umgangssprachlich bei uns gelegentlich auch Fischreiher genannt. Am Drachensee gehört er zu den auffälligsten Vogelarten und kann hier regelmäßig das ganze Jahr über, vornehmlich in der Ökozone, beobachtet werden. Mit einer Größe von 85 - 100 cm und einer Flügelspannweite von bis zu fast 2 Metern ist er der größte und auch häufigste vorkommende Reiher. Das weiße Gefieder auf Stirn und Oberkopf, der grauweiße Hals, der aschgraue Rücken und der dolchartige gelbe Schnabel machen ihn unverwechselbar. Auffällig ist auch sein Flugbild. Er fliegt mit langsamen Flügelschlägen und zieht wie alle Reiher, im Gegensatz zu den Störchen, den Kopf bis auf die Schultern zurück. Der Hals ist dabei S-förmig gekrümmt. Nur während des Abflugs und bei der Landung ist der Hals vorgestreckt. Kennzeichnend ist auch während des Flugs ein regelmäßiges, lautes und raues "Chraik". Am Drachensee kann man den Graureiher aber nicht nur im Seichtwasser und in der Verlandungsfläche bei der Jagd nach kleineren Fischen oder Amphibien beobachten, auch in den umliegenden Wiesenbereichen sind sie bei der Jagd nach Mäusen zu entdecken. Das Beobachten der nicht durch Jagd gestörten Graureiher, wenn sie majestätisch über das Wasser gleiten, gehört zu den besonderen Erlebnissen für jeden Naturfreund.

 

 

 
Graureiher, Ardea cinera

 

 

Gerade jetzt zur Zeit des Vogelzugs bietet sich der Drachensee als Nahrungs- und Rastbiotop auch für viele Entenarten an. Stellvertretend für 13 verschiedene Arten, die seit Flutung des Sees im letzten Jahr beobachtet werden konnten soll hier die Kolbenente, Netta rufina, vorgestellt werden. Sie ist eine der farbenprächtigsten Arten, vor allem die Männchen mit ihrem leuchtend orange-rostroten Kopfgefieder sind ein prächtiger Anblick und unverwechselbar. Auch der leuchtend rote Schnabel ist ein typisches Erkennungsmerkmal. Außerhalb der Brutzeit ist das Männchen wie das Weibchen gefärbt, behält aber seinen roten Schnabel. Weibliche Kolbenenten sind an Oberkopf und Hinterhals dunkelbraun, Kopf und Hals sind ansonsten blassgrau gefärbt. Das restliche Gefieder ist mattbraun, am Bauch etwas heller. Kolbenenten gehören zu den Tauchenten und halten sich am Drachensee bevorzugt im tieferen Bereich der Ökozone auf. Als Brutgebiet fehlen dem Drachensee, wie für viele andere Arten auch, nämlich noch eine dichtere Vegetation und breite Schilfgürtel. Demnoch sind die derzeitigen Vogelzugbeobachtungen eine für Freunde des Drachensees erfreuliche Entwicklung.

 

 

 
Kolbenente, Netta rufina 
 
 
23. 08. 2010

 Im Rahmen der Vorstellung der Vogelwelt am Drachensee sollen heute 2 Arten vorgestellt werden, die den meisten Naturfreunden wohl noch nicht so bekannt sind. Seit einiger Zeit ist am Drachensee schon wieder der Vogelzug im Gange. Dabei ist auch der Flußuferläufer, Actitis hypoleucos, zu beobachten. Er ist ein regelmäßiger Durchzügler im April/Mai und von Juni bis Oktober und hält sich gerne im unmittelbaren Uferbereich auf. Man braucht aber schon ein Fernglas um den kleinen Wasserläufer zu bestimmen. Kaum größer als eine Bachstelze, kurzbeinig, ständig wippend gerader kopflanger Schnabel, dunkelbraune Oberseite, weiße Unterseite und eine weiße Einbuchtung im Vorderflügel sind typische Erkennungsmerkmale.

Noch leichter ist er durch sein Flugverhalten zu erkennen. Er zeigt eine auffallend weiße Flügelbinde und fliegt über kurze Strecken meist ganz tief über dem Wasser, mit zuckenden Flügelschlägen und beim Gleiten mit gewölbten, nach unten weisenden Flügeln. Ganz typisch dabei sind beim Abflug und auch beim Sitzen seine hohen "Hididi" - Rufe. Mit dem Erkennen des Flußuferläufers ist dem Naturfreund der Einstieg in die oft schwierige Bestimmung der bei uns durchziehenden Watvögel gelungen.

 

 

 
Flußuferläufer,  Actitis hypoleucos

 

Die Verlandungs- und Schilfzonen am Drachensee breiten sich langsam aus und bieten dabei neuen Arten Lebensraum, die der heimische Naturfreund nicht kannte. Die Wasserralle, Rallus aquaticus, ist seit 2009 Brutvogel und konnte am Drachensee bis in den Dezember nachgewiesen werden. Sie ist nur etwas größer als eine Amsel. Die dunkelbraune Oberseite mit den schwarzen Längsflecken, die dunkel blaugrau gefärbte Unterseite und besonders der markante, lange, dünne rote Schnabel machen sie unverwechselbar. Die Wasserralle verrät aber ihre Anwesenheit in erster Linie durch ihre Rufe. Der häufigste Ruf, vor allem in der Dämmerung und nachts, ist ein gereihd vorgetragenes, lautes "kruieh", das an das Quieken eines Ferkels erinnert. Die Röhricht ung Seggenbestände in der Ösbühler Bucht und in der Ökozone bzw. ein kaum schwankender Wasserstand von bis zu 20cm lassen in den nächsten Jahren weitere Brutpaare dieser in Bayern stark bedrohter Vogelart erwarten. Wichtig dabei ist auch, genauso wie für andere Arten dieses Lebensraumes eine weitere Einschränkung der Störungen vor allem durch freilaufende, stöbernde Hunde.

 

 
Wasserralle, Rallus aquaticus 
 
 
 
04.08.2010

 Es sind nicht nur Schwimmvögel, die am Drachensee beobachtet werden können. Der Eisvogel, Alcedo atthis, ist auch vom Lebensraum Wasser abhängig. Mehr im Bereich de Ökozone, aber auch in der Ösbühler Bucht kann man ihn, flach über dem Wasser fliegend oder auf einer Sitzwarte nach Nahrung spähend, beobachten. Mit seinem prächtigen, auffallenden Gefieder ist er unverwechselbar und wird zurecht auch als „fliegender Edelstein“ bezeichnet. Sein Ruf, ein scharfes und aneinandergereihtes „tjieh…tjieh…“ verrät ihn, bevor man ihn sieht.

Am Drachensee und schon lange vorher im Bereich der Chamb ist und war der Eisvogel das ganze Jahr über zu beobachten. Voraussetzung für ein erfolgreiches Brüten sind aber immer Kleinfische als Nahrung, geeignete Aussitze um Uferbereich sowie Böschungen oder Steilufer, in denen er ungestört seine Niströhre anlegen kann.

 

 
Eisvogel, Alcedo atthis
 

 

 Dem aufmerksamen Beobachter und Besucher am Drachensee wird eine weitere, farblich auffallende Vogelart nicht verborgen bleiben. Die Gebirgsstelze, Motacilla cinearea, ist eigentlich mehr ein Bewohner von schneller fließenden Gewässern. Die an vielen Stellen mit großen Steinen gesicherten Uferböschungen des Sees haben sich als passende Brutmöglichkeit erwiesen. Mehrere Paare haben im Drachenseebereich in diesem Jahr bereits erfolgreich gebrütet. Dazu können vor allem während der Zugzeiten größere Trupps bei der Nahrungssuche in den Uferbereichen beobachtet werden Bei der Bestimmung der Art ist bei beiden Geschlechtern der graue Kopf und gräuliche Rücken eine gute Hilfe. Die gelbe Unterseite und der schwarze Kehlfleck sind beim Männchen weit auffallender als beim Weibchen oder bei den Jungtieren. Als verwandte Arten können am Drachensee auch die weit häufigere Bachstelze und auch die sehr ähnliche Schafstelze entdeckt werden.

 

 
Gebirgsstelze, Motacilla cinearea

 

03. 07. 2010

Erstmals als Brutvogel am Drachensee wurde der Höckerschwan festgestellt. Am 19. Juni schlüpften im Dangelsbachhbereich 2 Jungtiere, am 26. Juni im Verlandungsbereich der Ökozone 4 junge Schwäne. Das Schwanenpaar in der Ösbühler Bucht hatte keinen Bruterfolg.
Nicht brütende Höckerschwäne halten sich das ganze Jahr über in oft größerer Anzahl am Drachensee auf. Der Höckerschwan ist unser größter heimischer Wasservogel. Männchen können bis zu 15 kg schwer werden und zählen damit zu den schwersten flugfähigen Vögeln überhaupt. Das Gefieder der Altvögel ist leuchtend weiß. Der schwarze Höcker auf dem orangefarbenen Schnabel ist es ein unverwechselbares Kennzeichen. Von Junge führenden Schwänen sollte unbedingt Abstand gehalten werden!


 

Höckerschwan

 

Derzeit immer häufiger am Drachensee zu beobachten ist die Lachmöwe. Sie ist noch kein Brutvogel, taucht aber als Nahrungsgast regelmäßig und in größerer Anzahl auf. Im Prachtkleid ist die Lachmöwe mit ihrem schokoladebraunen Kopf, dem roten Schnabel und den roten Beinen leicht zu erkennen.  Der Rücken ist grau, die Flügelspitzen schwarz und das übrige Gefieder weiß. Aber schon im Spätsommer verändern erwachsenen Lachmöwen wieder ihr Aussehen, sie verlieren ihre braunen Kopffedern, sie werden fast weiß.
Derzeit halten sich auch bereits viele in diesem Jahr geschlüpfte Jungmöwen am Drachensee auf. Sie fliegen in Trupps mit erwachsenen Tieren unterscheiden sich aber von den Altvögeln durch ihr fleckig braun-weißes Jugendkleid mit brauner Schwanzbinde. Der Name Lachmöwe kommt übrigens von dem Wort "Lache". Und an Lachen-flachen, stehenden
Gewässsern- nisten die Möwen besonders gerne in zum Teil größeren Kolonien. Die Lachmöwe ist ein fester Bestandteil der Wasservogelwelt am Drachenseee.

 

 
 
Lachmöwe

 

19. 06. 2010

 Erstmals hat 2010 ein Grauganspärchen am Drachensee Junge groß gezogen. Sie sind schon fast so groß wie ihre Eltern und können bei etwas Geduld in der Ökozone entdeckt und beobachtet werden. Graugänse gelten als die Vorfahren unserer Hausgänse und sind mit ihrem orangefarbenen Schnabel und den im Flug auffallend hellen Vorderflügeln relativ leicht zu bestimmen. Derzeit halten sich regelmäßig zwischen 10 und 20 Exemplare im Drachenseebereich auf im Frühjahr waren es zeitweise weit über 100 Gänse. In den nächsten Wochen wird  sich der derzeitige Bestand wieder sichtlich erhöhen. Die Rufe der Graugänse werden künftig unweigerlich zum "Inventar" des Drachensees gehören. Erwähnt sei noch für den aufmerksamen Beobachter am Drachensee, dass mit Rostgans, Brandgans, Kanadagans, Nilgans und Streifengans in den letzten Wochen weitere Gänsearten beobachtet werden konnten.
 

Graugans

 

 Eine andere typische und auffallende Vogelart vor allem im Uferbereich der Ösbühler Bucht, im Verlandungsbereich der Ökozone und im Wiesenbrütergebiet ist unser Kiebitz. 6 Paare haben erfolgreich über 15 Jungvögel großgezogen. Der Bruterfolg hätte höher ausfallen können wenn nicht streunende Hunde und unvernünftige "Spaziergänger" die Brutbereiche immer wieder betreten hätten und so eine Aufgabe von weiteren Bruten veranlassten. Charakterisches Merkmal des Kiebitzes sind die schwarzen, aufrecht stehenden Kopffedern. Bei den Weibchen und den Jungvögeln sind sie etwas kürzer. Die Oberseiten der Flügel sind ebenfalls schwarz und schimmern metallisch grün. Auch der prägnante Ruf "kiee-wiiittt" macht ihn unverwechselbar. Schon in allernächster Zeit werden rund um den Drachensee wieder mehr oder weniger große faszinierende Kiebitz-Trupps von Naturfreunden rastend beobachtet werden können.

 

 
Kiebitz
   
 
 
05. 06. 2010
 
Im Zusammenhang mit dem Kennenlernen der Vogelwelt am Drachensee sollen heute 2 Vogelarten vorgestellt werden, die jeder Besucher und Naturfreund ohne große Mühe beobachten und bestimmen kann.

Die Reiherente ist derzeit neben der Stockente die häufigste Entenart.Sie ist eine typische Tauchente und hält sich deshalb besonders zur Nahrungssuche in den tieferen Bereichen des Drachensees auf. Das Männchen ist mit seinem kontraststarken schwarz-weißen Gefieder und dem namengebenden Federschopf kaum zu verwechseln. Das Weibchen dagegen besitzt nur eine angedeutete Federhaube und wirkt insgesamt braun gefärbt. Bereits im letzten Jahr gab es den ersten Brutnachweis mit 4 Jungen. Der Drachensee bietet der Reiherente einen guten Lebensraum auch für einen ungestörten Gefiederwechsel, sowohl in der Naturerlebnis- als auch in der Ökozone.


Reiherente
 
 
Mehr im Verlandungsbereich der Ökozone kann eine auffallende Vogelart zu allen Jahreszeiten beobachtet werden. Es ist der unverwechselbare Silberreiher von dem erwartet wird, dass er 2010 vielleicht erstmals in Deutschland brütet. Groß wie unser einheimischer Graureiher, aber schneeweiß und mit außerhalb der Brutzeit auffallend gelbem Schnabel, ist er schon seit mehreren Jahren, Jahresvogel rund um den Drachensee. Hier hat er auch schon mehrmals in einigen Exemplaren erfolgreich überwintert. In diesem Frühjahr wurde mit 47 Exemplaren, darunter mehrere im Brutkleid, mit dunklem Schnabel und Schmuckfedern im Rückengefieder die bisher größte Anzahl beobachtet.

 
Silberreiher


Gerade der Verlandungsbereich in der Ökozone, aber auch die Voraussetzungen in der Ösbühler Bucht werden wohl in den nächsten Jahren iimmer "reiherfreundlicher" werden und dem Naturfreund bei rücksichtsvollem Verhalten einen echten "Naturgenuss" ermöglichen. Wichtig dabei ist aber auch bei diesen scheuen Großvögeln das einsichtige Hundefreunde in diesen Bereichen ihre vierbeinigen Freunde anleinen und selbst wie auch die anderen Besucher des Drachensees  die vorgegebenen Wege nicht verlassen.
 
 
 
29. 05. 2010

Mit dem Drachensee haben sich auch viele "neue" Tierarten zwischen Furth im Wald und Eschlkam angesiedelt. Vor allem Wasservögel, die bisher kaum zu beobachten waren, erregen die Aufmerksamkeit von Einheimischen und Touristen. Das dunkelgefärbte Blässhuhn, unverwechselbar mit seinem schwarzen Kopf, dem weißen Schnabel, der weißen Stirnplatte und dem roten Auge kann derzeit im gesamten Seebereich beobachtet werden. In den nächsten Tagen schon werden immer mehr Paare ihre Jungen im See und dabei vor allem in den Verlandungszonen führen. Mit ihren auffallend bunten Köpfen sind diese ein echter "Blickfang" für jeden Naturfreund.

 

  Blässhuhn

 

Auch der stockentengroße Haubentaucher ist derzeit eine unverwechselbare und leicht zu entdeckende Vogelart des Drachensees. Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt, mit weißem Gefieder an Hals und Unterseite. Auffallendstes und namengebendes Merkmal ist aber die rotbraun und schwarz gefärbte Federhaube.

Die in den nächsten Tage schlüpfenden Jungvögel sind an ihrer ausgeprägten Schwarz-Weiß-Streifung des Kopfes leicht zu erkennen. Obwohl sie von Geburt an schwimmen und tauchen können, sieht man sie die erste Zeit kaum, denn sie verstecken sich im Rückengefieder ihrer Eltern und werden dort auch gefüttert.

 

 Haubentaucher

Blässhuhn und Haubentaucher sind typische Vogelarten des Gewässers. Sie gehören zu den "Erstbesiedlern" neu angelegter Wasserflächen und damit auch des Drachensees. Für jeden Naturfreund sind sie gerade jetzt während der Jungenaufzucht beliebte Beobachtungsobjekte.

 
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